Tuesday, March 13, 2012

Krönender Abschluss


So langsam blicke ich meinem Ende als Tauchlehrerin bei Prodive entgegen - zum 31.3. hatte ich gekündigt und es ist erstmal Schluss mit dem Kasperletheater (so komme ich mir manchmal im Boot, auf der Basis und in Gesprächen vor) - und das ist nicht negativ gemeint, sondern nett und teilweise sarkastisch ;-). Die Unmenge an Spaß, die mir diese Zeit eingebracht hat, ist unbezahlbar und ich werde alles vermissen. Vorerst tauche ich wieder in eine alte, vielleicht eher eine neue veränderte Welt des Unabhängigseins und der Eigenbrödlerei ein - durchaus mit gemischten Gefühlen und vielen Pros und Kontras im Kopf sowie zeitlich lediglich limitiert...


Bis zu meinem letzten Tag "uff Arbeet" feiere ich meine letzen 3 Wochen auf den Basen Royal Tulum und Dreams & Catalonia - denn dorthin habe ich mich für die letze Woche zurückgewünscht - sozusagen um einen "krönenden Abschluss" für meine Zeit hier hinzulegen. Eine Zeit, die ich meist dort verbracht habe. Der Nachricht für diesen Abschluss ging meine Bitte an Markus und Manuel voraus und hatte den Hintergedanken, dass ich öfter ins Wasser komme und nicht um jeden Tauchgang kämpfen muss, wie es auf unserer Verkaufsbasis im Royal ist. Natürlich vermisse ich den täglichen Spaß im Tauchboot mit unseren Captn's und will den noch etwas auskosten, bevor ich die Tür von außen schließe.

Mittlerweile ist ein guter Zeitpunkt zum Gehen bzw. zumindest für eine Pause. Irgendwie erscheinen mir die Dinge inzwischen etwas ausgeleiert und verbraucht und ich sehne mich ein wenig nach frischem Input und einem anderen Umfeld - teilweise oder eben zeitweise. Neue Tauchlehrer kommen hier an, um die gehenden zu ersetzen, die nicht für die Hälfte des Gehaltes von 50% fix und 3% mehr Provision in der low Saison arbeiten wollen. Kapitäne suchen sich neue Jobs, weil sie nicht ausreichend respektiert werden, und die internen Entscheidungen um Positionen und Abläufen oder geschweige denn einem Auffrischen der alten, angestaubten Produkte und eingefahrenen Organisation törnen mich inzwischen ab. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht - und das ist auch gut so...;-) nein, wollte sagen: und das mit Erfolg!

Mein Ziel bei Prodive war: von September bis April in diesem Job durchzuhalten - eine Tauchmaschinerie einmal mitzuerleben und darin so gut zu funktionieren, dass ich die Anläufe mit links und viel Spass umsetze und die Anforderung locker bewältige. Ziel war es, diese Erfahrungen - unter Stress zu lehren und zu organisieren - zu erwerben, um den Weitblick zu schärfen und Gelassenheit zu verstärken. Ich habe diese Ziele mindestens erreicht und darüber hinaus unendlich viel gelernt: Tauchfertigkeiten, Menschen unter Wasser, Charaktere, Fehlergefahren in der Ausbildung, Problemlösungen, ultraschnelle Problemeleminierungen, Verhaltensweisen auch von Unterwassergeschöpfen, Artenbestimmung, Wetterkunde, Meereskunde, Verkaufen, Überzeugen, Lehren sowie interkulturelle Kommunikation hoch 2000000! Täglich bin ich mit mindestens 5 Nationen konfrontiert und darin 100 Persönlichkeiten, die wiederum individuelle Kulturen für sich darstellen. Mit allen gilt es, nicht nur im Mindesten gut auszukommen, sondern diesen gute Produkte zu verkaufen, ihre Ausflüge zu freudvollen Erfahrungen zu machen, sie heil und gesund zu belassen, ihnen eine schöne Zeit zu bereiten sowie ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass es mit ihnen ein besonderes, gutes Erlebnis war. Mit vielen gelingt mir dies, weil ich es so meine. Es ist eine Freude, Menschen aus aller Welt zu treffen, ihre Geschichten zu erfahren, sie kennen zu lernen, ihnen etwas zu geben und die Dankbarkeit und Verbundenheit zu erhalten. Dabei stellt man Rückschlüsse auf ihre Kultur an und lernt eine Menge für sich selbst.

Ein roter Faden ist die Ruhe und die Geduld. Sich mit dem Tauchkunden zu befassen, heißt, ihm ziemlich nahe kommen zu müssen. Denn sowohl er als auch wir Tauchlehrer riskieren in diesem Sport doch irgendwie unsere Leben - sei es durch Verletzungen, Unfälle oder sogar größerer Zwischenfälle. Entsprechend ist des Kundens Feedback nach einem schönen ersten Taucherlebnis für uns als Guides oder Ausbilder. Überwältigung, Begeisterung, Überraschung und herzliche Freude sind oft Reaktionen, die schon auf uns an der Wasseroberfläche einprasseln, während wir im Wasser auf das Boot warten.

Auch körperlich kommen wir einigen Gästen nahe - eher ungewollt und stets natürlich unverfänglich - da wir die Ausrüstung anpassen müssen, kleinere Katastrophen unter Wasser vermeiden wollen sowie schnell auch handgreiflich werden müssen, um unseren Tauchern das Leben zu sichern. Aber dies stößt meist auf Verständnis und Dankbarkeit.

Anyway, diese schönen Erlebnisse vertiefe ich nun noch 19 Tage in diesem Monat - davon die Hälfte in meiner wohlgeordneten Chaosbasis Dreams unter Markus' Leitung. Solange er noch dort ist, gehe ich sowieso gern zurück, um meine Spaßdosis noch zu erhöhen. Auch der Trubel in der Marina sind ein Plus zum Abschluss sowie das bunte Treiben von allem zusammen hier. Danach werde ich sicher das gute Gefühl eines verdienten Feierabends doppelt gut genießen können!!!

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