Der Wind fegt so heftig von Saudi Arabien zu uns rüber, dass ich dankbar ob der Windschutzwände im Eel Garden meinen Morgentee genieße und dabei Zeit zum Bloggen finde. Es ist Tag 3 in Dahab und der letzte vor Trainingsbeginn im Blue Hole morgen. Also was mache ich? Entspannen, faulenzen und wenig bewegen - eben Kräfte schonen und viel schlafen. Auch die Trainingsdiät - kein Kaffee, keinen Alkohol und wenige kleine Mahlzeiten bekommt mir ganz gut. Ich habe längst beschlossen, sie auch in den normalen Alltag hin und wieder zu integrieren. Jetzt lässt es sich so wunderbar genießen, das heute recht bewegte Rote Meer anzusehen und die schönen Farben zu verinnerlichen. Weiter unten Richtung Lighthouse sehe ich Windsurfer über die Wellen schießen und denke mir nur, mutig und Hut ab! Der Wind ist stetig, stark und verlässlich. Nur zum Kitesurfen für so manchen zu stark. Inzwischen müssten die Wellen vor dem Riff eine ungefähre Höhe von einem Meter erreicht haben. Sie rollen gleichmäßig von Norden aus dem Golf von Aquaba herunter ins südliche Rote Meer.
My adventures at the worlds' amazing places such as Bonaire, Dominica W.I., Mexico, Egypt, Maldives, Hawaii, Belize, Bali, Sri Lanka etc., I share with this blog! Since 2008 I travel the world and love to move into my next adventure! Life is beautiful and never stands still! Happiness, Freedom, Enriching Experiences, Stunning Landscapes and Marine Life as well as lots of Amazing Human Beings have been the treasures along my privileged pathway! Enjoy reading and feel free to get in touch :-)
Saturday, June 18, 2011
Friday, June 17, 2011
Dahab - Wind, Hitze, Sonne - endlich
Den Blick aufs Meer gerichet – mal abgesehen von den Tippmomenten – die Nase offen für den Duft des Meerwassers und den steten, auflandigen Wind und in Gedanken kurz mit dem zuhause verglichen bleibt mir zuwenig, was mich dort halten könnte. Alles hier ist soviel mehr, als Berlin es derzeit für mich sein kann. Das Kapitel scheint zuende zu sein und an der Zeit geschlossen zu werden.
Hier in Dahab bin ich zwar sicher nicht unter Palmen und an weißen Stränden. Aber vor mir rollen die warmen Wellen des roten Meeres an den steinigen Wüstenstrand, während ich in meinem wenig besuchten Lieblings-Camprestaurant Eel Garden ganz vorn in der ersten „Lümmelecke“ auf den ägyptischen Kissen sitze / liege, und warme Brisen fegen vom Meer an Land! Ja genau – warme Brisen – keine abkühlenden Winde, wie sie in Europa gängig sind. Manchmal denkst Du, dort draußen hat jemand den Heizlüfter eingeschaltet und ihn gen Sinai-Berge gerichtet. Es ist fantastisch! Diese Temperaturen von 33 Grad zu Sonnenuntergang sind soooooo Meine!!! JAlles was mich an Berlin erinnert, ist mit Mühe, Ärger und Stress verbunden, so dass ich sicher keine Lust mehr habe, dort weiterhin auf diese Weise herumzukrepeln und mich dabei nicht einmal am Meer entspannen zu können. Es ist Zeit. Es ist Zeit zu gehen. Täglich freue ich mich aufs Neue, dass ich am 26.8. nach Mexiko fliege, um dort eine hoffentlich bessere Zeit, bestimmt aber eine entspanntere Zeit anzugehen. Hier bereite ich mich innerlich darauf vor und verabschiede mich von Balast der Vergangenheit, um mich für die neue Perspektive zu öffnen. „Hinzu“ riet mir meine langjährige Freundin Ursl vor kurzem in einem guten Coaching-Gespräch. Dies bedeutet hin zu neuem und nicht weglaufen vor alten Hürden. Ich laufe nicht weg. Ich erkenne, welche Wege zuhause inzwischen ausgetreten sind und nichts mehr einbringen. Es ist Zeit. Es ist Zeit für neue Wege. Wieder freue ich mich, als mir bewusst wird dass Reisen doch soviel bringt. Reisen ordnen Deine Gedanken. Auch wenn es Urlaub ist. Du hast einfach die entspannten Momente mit der notwendigen Zeit, um über die Dinge nachzudenken. Manchmal musst Du einfach raus, um Deinen Standort von draußen anschauen zu können. Dies gibt Dir den nötigen Abstand und die Distanz zu möglicher Einflussnahme, die Dein Gedankenbild verzerren würde.
Gleiches könnte man nun behaupten, weil ich hier sitze – in Dahab am Meer – und mich von dem Moment beeinflussen lasse. Hier jedoch quält mich keine Unentschlossenheit, was mich in Berlin hält und was nicht. In Berlin versuchte ich in den letzten Monaten immer stärker, rationale Gründe zu finden, um dort bleiben zu können. Das wird mir gerade jetzt klar. Doch hier muss ich nicht eine Minute überlegen, ob ich in Berlin bleiben möchte und suche auch keine Gründe. Hier sehe ich vor meinem geistigen Auge, was ich in Berlin habe und kann sofort sage, dass ich daran nicht hänge und diese Dinge kein Grund zum Bleiben sind. Vielmehr möchte ich noch schneller alles lösen und Berlin verlassen. Hier diskutiere ich nicht mit mir über Pros und Kontras. Hier weiß ich sofort, ich muss endlich ans Meer ziehen, weil ich dorthin gehöre. Ans tropische Meer und entspanntere Kulturen als es jede europäische heutzutage ist. Es ist sonnenklar. Und die Zeit ist gekommen. Die 2te Lebenshälfte will ich nicht mehr mit Fragen und Suchen verbringen, sondern den Schritt gehen. Ich suche mir lediglich noch den richtigen Platz an der Sonne aus und starte dieses Jahr in Mexiko!!Doch zurück nach Dahab. Ich warte gerade, dass ich meine Bestellung aufgeben kann. Ich möchte noch einen Beduinentee und einen griechischen Salat. Im Eels Garden schmeckt er am besten! Den Salat meine ich. Auch die Abgelegenheit des netten, sauberen Restaurants ist so angenehm, da kaum jemand hierher kommt. Touristen gibt es jetzt – im Juni nach der Revolution – eh kaum. Aber die meisten gehen meist an die belebtere Promenade und zahlen doppelte und höhere Preise. Somit stimmen die Bedingungen hier für mich
völlig.
Morgen ist es soweit. Ich werde mich bei Freedive Dahab zum Triple Depth Wettkampf registrieren. Heute habe ich schon mal Hallo gesagt und 10 von mir für sie transportierte Apnoe-Masken abgeliefert. Diese nahmen bestimmt den meisten Platz in meinem Koffer ein. Aber alles ging gut. Ich habe erfolgreich geschmuggelt! Bei Freedive scheint die Stimmung etwas angespannt. Ich nehme an, dass der Stress der Vorbereitung für den Wettkampf, die Kurse etc. Die 3 – Lotta, Linda und Jacques – in Atem halten. Sogar einen neuen Instructor haben sie jetzt, der für einige Monate dort arbeitet. Ein netter und nettaussehender Franzose. Aber genaueres werde ich die nächsten Tage mal auschecken. Morgen ist erstmal Registrierung am Nachmittag und Sonntag um 9 geht das Training los. 30 Athleten werden teilnehmen. Na ich bin gespannt! Das sind soviele, wie in den Berliner Wettkämpfen die letzten Male teilgenommen haben. Na ich lass mich überraschen und freue mich riesig!!!
Wednesday, June 15, 2011
Schnuppern von Freiheit in hohen Lüften
Zuerst fühlt es sich noch nicht so an. Der bevorstehende Abflug nach Brüssel zwecks Anschluss nach Sharm ist eher durch viel Arbeit geprägt und lässt kaum Zeit zur Vorfreude, zu Reisefieber oder Wettkampf-Lampenfieber. Zumal eine Hiobsbotschaft in Berlin die andere jagt und ich mich täglich öfter frage, was ich eigentlich noch in Berlin will und warum ich es mir antue, dort weiter zu kämpfen. Die Antwort auf diese Frage will ich aber nicht abschließend äußern sondern bewusst auf mich zukommen lassen. Wieder einmal lasse ich mich treiben. Dorthin, wo die Dinge leichtgängig laufen. Dorthin, wo nicht jeder einzelne Schritt mit 10 Widerstandssteinen gepflastert ist. Dieser Weg erscheint mit zunehmend der richtige zu sein. Ein Weg der weg aus Berlin und Deutschland führt. Eigentlich ist dieser Weg mein Herzensweg. Ich konnte ihn bisher nur nicht gehen. Nun zeigen aktuelle Zeichen in die Richtung, ihn schleunigst konsequent zu gehen.
Dieser Weg führt aber nicht nach Dahab, sondern vorerst nach Mexiko ab Ende August 2011. Dort werde ich weiter erleben, ob mein Pfad konstruktiv, illusorisch oder "ausgelatscht" ist. Herausfinden kann man so etwas nur im Erleben. Also genehmige ich mir diese Freiheit und entscheide für diesen Weg weg ins Unbekannte und hin zu neuen Erkenntnissen und Toren.
Im Flugzeug nach Brüssel schnuppere ich bereits wieder das altbekannte, schöne Gefühl von Freiheit und neuen Zielen. Sofort entspannen sich diverse Muskeln in meinem Ich und ich löse mich von allem heimischen Druck und Bindungen zeitlicher und verpflichtender Art. Schön! Einfach schön! Auch wenn die Reise nur 2 Wochen dauert - wird sie mir wieder die Erinnerung wachrufen, wie schön mein Leben auf Bonaire war. So wie das vergangene Wochenende an der banalen Ostsee - aber mit der lustigen Kiteclique aus El Gouna - diese Erinnerung und dieses Gefühl von unbändiger Freiheit hat wieder aufkommen lassen. Dieses Gefühl ist Lebenselexier für jemanden, der an keinem Ort länger als einige Monate ohne Pause verbringen kann. Wenigstens die Aussicht auf eine Reise oder eine räumliche wie vielleicht auf inhaltliche Veränderung ist Voraussetzung für ein positives Dasein und motiviert bei allem, was man täglich tut.
Ich fliege nun also nach Brüssel und verbringen einige Stunden auf dem Flughafen, die sich wunderbar zum Bloggen eignen :-)! In 4 Stunden öffen die Checkin-Schalter. In 6 Stunden sitze ich schon im Flugzeug und in 12h bin ich schon in Sharm El Sheik, Ägypten. Vielleicht schaffe ich einen Abstecher zu Only One Apnea, um Anna, unsere deutsche Freitauchmeisterin beim Training zu besuchen. Vielleicht kommt sie nach Dahab zu meinem Wettkampf. Wie rum auch immer, wir freuen uns auf unser Treffen und ich bin superneugierig auf ihren Status und Fortschritt! Mitte Juli wird die Freitauchwelt mehr wissen...;-)
Meine Realität ist derzeit nur durch das Beobachten einiger müder Gestalten bei Starbucks auf dem Airport Brussels geprägt und die Aussicht auf ein baldiges Aufsuchen eines hoffentlich sauberen Flughafen - WC's!
Dieser Weg führt aber nicht nach Dahab, sondern vorerst nach Mexiko ab Ende August 2011. Dort werde ich weiter erleben, ob mein Pfad konstruktiv, illusorisch oder "ausgelatscht" ist. Herausfinden kann man so etwas nur im Erleben. Also genehmige ich mir diese Freiheit und entscheide für diesen Weg weg ins Unbekannte und hin zu neuen Erkenntnissen und Toren.
Im Flugzeug nach Brüssel schnuppere ich bereits wieder das altbekannte, schöne Gefühl von Freiheit und neuen Zielen. Sofort entspannen sich diverse Muskeln in meinem Ich und ich löse mich von allem heimischen Druck und Bindungen zeitlicher und verpflichtender Art. Schön! Einfach schön! Auch wenn die Reise nur 2 Wochen dauert - wird sie mir wieder die Erinnerung wachrufen, wie schön mein Leben auf Bonaire war. So wie das vergangene Wochenende an der banalen Ostsee - aber mit der lustigen Kiteclique aus El Gouna - diese Erinnerung und dieses Gefühl von unbändiger Freiheit hat wieder aufkommen lassen. Dieses Gefühl ist Lebenselexier für jemanden, der an keinem Ort länger als einige Monate ohne Pause verbringen kann. Wenigstens die Aussicht auf eine Reise oder eine räumliche wie vielleicht auf inhaltliche Veränderung ist Voraussetzung für ein positives Dasein und motiviert bei allem, was man täglich tut.
Ich fliege nun also nach Brüssel und verbringen einige Stunden auf dem Flughafen, die sich wunderbar zum Bloggen eignen :-)! In 4 Stunden öffen die Checkin-Schalter. In 6 Stunden sitze ich schon im Flugzeug und in 12h bin ich schon in Sharm El Sheik, Ägypten. Vielleicht schaffe ich einen Abstecher zu Only One Apnea, um Anna, unsere deutsche Freitauchmeisterin beim Training zu besuchen. Vielleicht kommt sie nach Dahab zu meinem Wettkampf. Wie rum auch immer, wir freuen uns auf unser Treffen und ich bin superneugierig auf ihren Status und Fortschritt! Mitte Juli wird die Freitauchwelt mehr wissen...;-)
Meine Realität ist derzeit nur durch das Beobachten einiger müder Gestalten bei Starbucks auf dem Airport Brussels geprägt und die Aussicht auf ein baldiges Aufsuchen eines hoffentlich sauberen Flughafen - WC's!
Tuesday, June 07, 2011
Meuterei auf der Jenna!
Es geschah in Sonderborg. Beim Anlegen nach den Beschimpfungen und Beleidungen des Skippers beschloss erst Anna nicht mehr weiter mitzusegeln. Ich ließ mir diese Idee einen Moment durch den Kopf gehen und beschloss, dass diese Entscheidung die einzig richtige sein kann. Wir schmiedeten einen Plan. Für mich stand dabei im Vordergrund, die Organisatoren, für die ich ebenfalls arbeite, gleich von unserer Entscheidung in Kenntnis zu setzen. Sie sollten wissen, dass die Situation extrem unangemessen ausgeufert ist und unsere Entscheidung verstehen sowie unterstützen.
Gesagt getan. Wir machten uns im Hafen auf die Suche nach einem Cafe um uns zu erholen, das Handy zu laden und Kontakt mit Berlin aufzunehmen. Die Reaktion war verständig, aber man wollte uns dazu bewegen zu bleiben bzw. ein Schlichtungsgespräch zwischen denen und dem Skipper zuzulassen. Beides lehnten wir ab, weil wir stärkere Anfeindungen befürchteten. Also blieb Berlin nichts anderes übrig als stillzuhalten und abzuwarten. Somit nahm Annas und mein Plan Form an. Wir gingen später zum Boot zurück, krochen in die Koje und packten unsere Sachen. Kurz vor dem Schlafengehen stellten wir alles Abreise bereit vor den Eingang.
Morgens krochen wir aus dem Schlafsack, packten ihn und den Rest ein, zogen uns Jacken an und öffneten die Tür. Der Skipper würdigte uns keines Blickes, Der Fette bereitete natürlich schon Frühstück vor und sah uns mit großen Augen an, als wir schwerbepackt die Treppe nach oben erklommen und nur "Tschüss" sagten.
Damit hatten wir gemeutert!
Was jetzt kam, war das Aufsuchen der Hafenduschen, das Frischmachen und Anziehen, das Kaffeetrinken und Frühstücken auf dänisch und das einfach nur Erholen. 2-3 h später kletterten wir in den Direktbuss nach Flensburg und waren 1h danach am Flensburger Hauptbahnhof, um unsere Züge nachhause zu buchen.
Wir waren erleichtert aber enttäuscht von der Woche. Ich wollte nur zu meiner Familie und mich entspannen und mit den Kindern Quatsch machen, schlafen, an nichts denken und irgendwann nach Berlin zurück. Das Nachspiel kam dann in Berlin. Der Skipper segelt keine Törns mehr, uns wurden die ausstehenden Hafengebühren erstattet, nachdem wir beide umfangreiche Berichte geschrieben hatten, was an Bord losgewesen ist. Was mir blieb, war das Signailiseren meines Verständnisses auf ihre tolle Reaktion und die Betonung, dass ich mich als unprofessionell agierend zugunsten meines Selbstschutzes einstufte. Ich hätte als Mitarbeiterin vielleicht an Bord bleiben müssen. Dennoch sehe ich es differenziert. Denn persönliche Angriffe hebeln das mit Sicherheit auch aus. Alles in allem ging die Sache sehr gut für mich aus und wir haben keine Probleme mit einander.
Ahoi - drum prüfe genau, wer mit Dir auf einen Segeltörn geht!!!
Gesagt getan. Wir machten uns im Hafen auf die Suche nach einem Cafe um uns zu erholen, das Handy zu laden und Kontakt mit Berlin aufzunehmen. Die Reaktion war verständig, aber man wollte uns dazu bewegen zu bleiben bzw. ein Schlichtungsgespräch zwischen denen und dem Skipper zuzulassen. Beides lehnten wir ab, weil wir stärkere Anfeindungen befürchteten. Also blieb Berlin nichts anderes übrig als stillzuhalten und abzuwarten. Somit nahm Annas und mein Plan Form an. Wir gingen später zum Boot zurück, krochen in die Koje und packten unsere Sachen. Kurz vor dem Schlafengehen stellten wir alles Abreise bereit vor den Eingang.
Morgens krochen wir aus dem Schlafsack, packten ihn und den Rest ein, zogen uns Jacken an und öffneten die Tür. Der Skipper würdigte uns keines Blickes, Der Fette bereitete natürlich schon Frühstück vor und sah uns mit großen Augen an, als wir schwerbepackt die Treppe nach oben erklommen und nur "Tschüss" sagten.
Damit hatten wir gemeutert!
Was jetzt kam, war das Aufsuchen der Hafenduschen, das Frischmachen und Anziehen, das Kaffeetrinken und Frühstücken auf dänisch und das einfach nur Erholen. 2-3 h später kletterten wir in den Direktbuss nach Flensburg und waren 1h danach am Flensburger Hauptbahnhof, um unsere Züge nachhause zu buchen.
Wir waren erleichtert aber enttäuscht von der Woche. Ich wollte nur zu meiner Familie und mich entspannen und mit den Kindern Quatsch machen, schlafen, an nichts denken und irgendwann nach Berlin zurück. Das Nachspiel kam dann in Berlin. Der Skipper segelt keine Törns mehr, uns wurden die ausstehenden Hafengebühren erstattet, nachdem wir beide umfangreiche Berichte geschrieben hatten, was an Bord losgewesen ist. Was mir blieb, war das Signailiseren meines Verständnisses auf ihre tolle Reaktion und die Betonung, dass ich mich als unprofessionell agierend zugunsten meines Selbstschutzes einstufte. Ich hätte als Mitarbeiterin vielleicht an Bord bleiben müssen. Dennoch sehe ich es differenziert. Denn persönliche Angriffe hebeln das mit Sicherheit auch aus. Alles in allem ging die Sache sehr gut für mich aus und wir haben keine Probleme mit einander.
Ahoi - drum prüfe genau, wer mit Dir auf einen Segeltörn geht!!!
Monday, June 06, 2011
Segeln soll Spaß machen und keine Militärveranstaltung sein
Anna und ich bezogen also die Bugkabine, die uns ausreichen Platz bot für uns, den Krempel und außerdem recht gemütlich aussah. Leider war unser Glück besonders durch die niedrigen Temperaturen dort vorn in der größten Kabine getrübt. Nachts fror ich trotz vollständiger Bekleidung und Schlafsack! Für mein Geschmack einen Zacken zu scharf. Die Männer konnten sich nicht beklagen. Ihre Kabinen warn klein und warm. 2 lagen direkt neben dem Motorraum. Ha! Kunststück. Natürlich zogen sie uns als Memmen auf - wie echte Machos nunmal unter mangelnder Intelligenz leiden. Hätte sich einer einmal die Mühe gemacht, die Kabinensituationen genauer zu inspizieren, wäre er schnell dahinter gekommen, dass uns zurecht kalt war. Niemand bot an, Kabinen zu tauschen! Diese Frechheit kam hinzu. Die Krönung jedoch war, dass der fettleibigste Passagier noch damit prahlte, eigentlich nur zu schwitzen und keinen Schlafsack zu benötigen, den er noch nachgekauft hatte, und uns verstärkt als Memmen abstempelte.
Ich glaube, Anna und mir lag ständig auf der Zunge, was eigentlich zu so jemanden gesagt werden müsste. Aber wir konnten uns ja benehmen.... Auf Anfrage, ob der "beleibte Herr" nicht den neuen dicken Schlafsack gegen den alten dünnen, der der meinige war, austauschen würde wollen, kam ein eiskaltes Nein! Diese Team orientierte Reaktion hob die Stimmung weiter enorm. Dieser Kerl war nicht ohne Grund in der DDR bei den Grenzern an der Schussanlage beschäftigt...!!! Nich ohne Grund fuhr er lieber Motorboot als Segelboot. Wie sollte so jemand auch jemals ein Segelboot mit einem Team zusammen lenken wollen und können? Vollkommen fehl am Platze, fiel mir dazu nur ein. Das war Heini I.
Heini II zeichnete sich durch einen ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex aus, trank gern zuviel und heimlich abends und war es gleichgültig, wie es seiner verunfallten Frau ging. Auch interessant! Als Segelteammitglied reagierte er unsicher, gleichgültig bis genervt und war eigentlich auch nur zum Geschirrwaschen zu gebrauchen. Diese Arbeit machte aber bei 4en die Runde. Nur der Skipper hielt sich vornehm von der Arbeit an Bord fern.
Womit ich bei Heini III angelangt bin. Der Skipper mit Vornahmen A........ tat Wunder, wie toll und erfahren er war und alles konnte. Das Gegenteil bewies er des öfteren auf dem Törn. Besonders hervorzuheben war sein ausgeprägtes Wissen über die 46 Fuß Bavaria, bei der man tunlichst die Seeventile in den Naßräumen während der Fahrt durchs Wasser schließen sollte. Hätte der Skipper uns nicht sogar verboten (!!!!), diese zu schließen, hätten Anna und ich keinen Wassereinbruch in der Bugkabine gehabt, der alle ihre Sachen durchnässte und Teile meiner sowie unsere Matratzen unbenutzbar machten. Das war schon eine bemerkenswerte Leistung von Heini III. Mann kann sich unserer Freude vorstellen, gerade bei dem Gedanken an die Qualität unseres Nachtquartiers. Eigentlich hätten wir uns auch einfrieren lassen können.
Die Matratzen konnten abends bis morgens in der Sonne trocknen, während wir auf den übriggebliebenen Matratzenteilen schliefen, die in den anderen Kabinen die Umrandungen umgaben. Die Herren boten und immer noch keinen Tausch an!!! 3 Kerle hatten Einzelkabinen und wir 2 Frauen schliefen in einem klammen Kühlschrank auf Matratzenteilen für 1 Person mit Besucherritzen ab 30cm Breite. Hervorragend! Soziale Kompetenz waren für alle 3 ein Fremdwort. Egoismus und Unverschämtheit haben sie dagegen in einem Begriffentwicklungswettbewerb erfunden.
Am nächsten Morgen verweigerten Anna und ich diese Situation und brachten den Skipper dazu zu tauschen. Murrend zog er vorn und wir hinten ein. Sofort wurde uns warm! Natürlich konnte man dahinten nicht verstehen, warum wir vorn so froren. Hier herrschtenmindestens 5-7 Grad mehr. Man konnte fast von 18°-20° sprechen. Vorn waren allerhöchstens 15 oder 12° - je nach Außentemperatur.
So und mit unzähligen dieser unerträglichen Beispiel nahm der Törn seinen Lauf. Mein Unwohlsein stieg und ich bereute schon lange, mitgekommen zu sein. Obwohl es mir großen Spaß machte, am Ruder zu sein. Doch mit solchen Menschen wollte ich privat wie ggf. beruflich nichts zu tun haben. Die waren komplett falsch an Bord. Auch der Skipper hatte keinen Schimmer, was es bedeutete, Skipper zu sein.
Zurück in Sonderborg lief das Fass über! Beim Anlegemanöver im Paket pöbelte uns der Skipper nacheinander in unglaublicher Gossensprache an und beleidigte mich mit einem Schimpfwort, das nie geht. Gar nicht. Anna und ich als Frauen mit Gehirn waren seine auserkorenen Opfer. Die mussten gedeckelt werden, ganz klar. Denn wir hatten längst erkannt, wie schlecht seine Leistungen und wie gering sein Wissen war. Die Kerle wussten ja gar nichts, was Stefan sicher machte. Doch wir durchschauten diesen frauenfeindlichen Nichtskönner und totkranken Psychopathen schnell. An ihm gab es fast nichts angenehmes mehr und ich fragte mich andauernd wie man so jemanden auf Törn schicken kann. Aber seine Arbeitgeber sind inzwischen schlauer und schicken ihn nicht mehr.
Ich glaube, Anna und mir lag ständig auf der Zunge, was eigentlich zu so jemanden gesagt werden müsste. Aber wir konnten uns ja benehmen.... Auf Anfrage, ob der "beleibte Herr" nicht den neuen dicken Schlafsack gegen den alten dünnen, der der meinige war, austauschen würde wollen, kam ein eiskaltes Nein! Diese Team orientierte Reaktion hob die Stimmung weiter enorm. Dieser Kerl war nicht ohne Grund in der DDR bei den Grenzern an der Schussanlage beschäftigt...!!! Nich ohne Grund fuhr er lieber Motorboot als Segelboot. Wie sollte so jemand auch jemals ein Segelboot mit einem Team zusammen lenken wollen und können? Vollkommen fehl am Platze, fiel mir dazu nur ein. Das war Heini I.
Heini II zeichnete sich durch einen ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex aus, trank gern zuviel und heimlich abends und war es gleichgültig, wie es seiner verunfallten Frau ging. Auch interessant! Als Segelteammitglied reagierte er unsicher, gleichgültig bis genervt und war eigentlich auch nur zum Geschirrwaschen zu gebrauchen. Diese Arbeit machte aber bei 4en die Runde. Nur der Skipper hielt sich vornehm von der Arbeit an Bord fern.
Womit ich bei Heini III angelangt bin. Der Skipper mit Vornahmen A........ tat Wunder, wie toll und erfahren er war und alles konnte. Das Gegenteil bewies er des öfteren auf dem Törn. Besonders hervorzuheben war sein ausgeprägtes Wissen über die 46 Fuß Bavaria, bei der man tunlichst die Seeventile in den Naßräumen während der Fahrt durchs Wasser schließen sollte. Hätte der Skipper uns nicht sogar verboten (!!!!), diese zu schließen, hätten Anna und ich keinen Wassereinbruch in der Bugkabine gehabt, der alle ihre Sachen durchnässte und Teile meiner sowie unsere Matratzen unbenutzbar machten. Das war schon eine bemerkenswerte Leistung von Heini III. Mann kann sich unserer Freude vorstellen, gerade bei dem Gedanken an die Qualität unseres Nachtquartiers. Eigentlich hätten wir uns auch einfrieren lassen können.
Die Matratzen konnten abends bis morgens in der Sonne trocknen, während wir auf den übriggebliebenen Matratzenteilen schliefen, die in den anderen Kabinen die Umrandungen umgaben. Die Herren boten und immer noch keinen Tausch an!!! 3 Kerle hatten Einzelkabinen und wir 2 Frauen schliefen in einem klammen Kühlschrank auf Matratzenteilen für 1 Person mit Besucherritzen ab 30cm Breite. Hervorragend! Soziale Kompetenz waren für alle 3 ein Fremdwort. Egoismus und Unverschämtheit haben sie dagegen in einem Begriffentwicklungswettbewerb erfunden.
Am nächsten Morgen verweigerten Anna und ich diese Situation und brachten den Skipper dazu zu tauschen. Murrend zog er vorn und wir hinten ein. Sofort wurde uns warm! Natürlich konnte man dahinten nicht verstehen, warum wir vorn so froren. Hier herrschtenmindestens 5-7 Grad mehr. Man konnte fast von 18°-20° sprechen. Vorn waren allerhöchstens 15 oder 12° - je nach Außentemperatur.
So und mit unzähligen dieser unerträglichen Beispiel nahm der Törn seinen Lauf. Mein Unwohlsein stieg und ich bereute schon lange, mitgekommen zu sein. Obwohl es mir großen Spaß machte, am Ruder zu sein. Doch mit solchen Menschen wollte ich privat wie ggf. beruflich nichts zu tun haben. Die waren komplett falsch an Bord. Auch der Skipper hatte keinen Schimmer, was es bedeutete, Skipper zu sein.
Zurück in Sonderborg lief das Fass über! Beim Anlegemanöver im Paket pöbelte uns der Skipper nacheinander in unglaublicher Gossensprache an und beleidigte mich mit einem Schimpfwort, das nie geht. Gar nicht. Anna und ich als Frauen mit Gehirn waren seine auserkorenen Opfer. Die mussten gedeckelt werden, ganz klar. Denn wir hatten längst erkannt, wie schlecht seine Leistungen und wie gering sein Wissen war. Die Kerle wussten ja gar nichts, was Stefan sicher machte. Doch wir durchschauten diesen frauenfeindlichen Nichtskönner und totkranken Psychopathen schnell. An ihm gab es fast nichts angenehmes mehr und ich fragte mich andauernd wie man so jemanden auf Törn schicken kann. Aber seine Arbeitgeber sind inzwischen schlauer und schicken ihn nicht mehr.
Sunday, June 05, 2011
Ein Segeltörn oder was davon übrig blieb...

Eigentlich hätte man schon am Tag des Einchecken stutzig werden sollen - ist man auch... In Flensburg bei Dings & Petersen sollten wir - 4 Gäste und 1 Skipper - mein Kollege bei der Sportbootschule aus Berlin - die Bavaria besteigen, die mit 8 Seglern besetzt werden sollte. 3 Gäste fehlten also aus verschiedenen Gründen.
Alles begann damit, dass der Skipper nichts geplant oder vorbereitet hätte und vor Ort keinen Organisationswillen demonstrierte. Anna und ich machten uns kurzerhand daran, die Einkaufsliste für die Lebensmittel zu schreiben, die der Skipper nicht nur hätte fertig, sondern auch schon durch rege Einkaufstätigkeit erledigt haben sollen. Mich wunderte das nicht und sah darüber hinweg. Während der Skipper nun die Bootsübergabe in Angriff nahm und wir sage und schreibe 1,5h auf Nachricht warteten, dass wir endlich an Bord gehen konnten, wurden wir immer unruhiger ob der langen Zeit, die die Übergabe in Anspruch zu nehmen schien.
Wieder übernahmen wir Mädels "das Ruder" und nahmen unser Gepäck. Schnurstracks gingen wir alle zum Boot, um uns danach in Einzugstrupp und Einkaufsbrigade unterteilen zu können. Es sollte schließlich einmal irgend etwas vorangehen hier!
Am Boot ankommend sahen wir unseren Skipper im lockeren Plausch mit den Bootsvercharterern! Toll - er macht sich 'nen Netten und wir warten uns graue Haare am Steg... und wieder wundert mich nichts...Der Rest passiert ganz schnell. Ohne Gemurre wird die Bootsübergabe plötzlich beendet und 2 Gruppen bilden sich: Die Einkaufsbrigade, bestehend aus Anna und Thoralf (welcher Winkingergott seine Eltern bei der Namensvergabe geritten hat, blieb unserem Wissen unzugänglich) sowie mich und Stefan, unser Skipper und mein Kollege der Sportbootschule aus Berlin, die die Paketstücke an Bord hieften.
Das noch ausstehende Pärchen - Mitsegler Nr. 5 und 6 ließen weiter auf sich warten. Stefan und ich inspizierten die Kabinen und überlegten uns eine sinnvolle Verteilung und harmonieerzeugende Belegung. Natürlich hatten Anna und ich uns schon eine Doppelkabine reserviert. Nur aussuchen mussten wir sie noch. Eigentlich sollte es die Doppelstockkabine sein, da Anna nur mitschiffs nicht seekrank werden konnte, wenn wir nachts durch die Wellen schaukeln würden. Doch mein Blick hinein entfachte gleich ein leichtes aber nicht zu unterdrückendes Magendrücken. Die Kabine - für 2 ausgewachsene Zwerge - gebaut verfügte in Kubik mit Sicherheit über weniger als mein heimischer Kleiderschrank. Nun könnte man argumentieren, dass weibliche Kleiderschränke zu übergroßen Ausmaßen neigen würden, weil dies in der Natur ihrer Eigner läge.
Doch nein, dieser Kleiderschrank-Kabinenvergleich hinkte keinesfalls. Meine Kleider nehmen Platz in einem Raum von 2,80m mal 2,20 Höhe und 0,70 Tiefe ein. Das einzige was hier in der Natur seiner Eignerin liegt, sind größere Abmessung der Bekleidung aufgrund einer nichtübersehbaren Körperhöhe! Verglichen mit Carrie Bradshaw jedoch verfüge ich zuhause über einen Schuhkarton mit Klamotten und sollte nun zu zweit in einer Mitschiffs-streichholzschachtel der Marke "Welthölzer" schlafen und eine Überfahrt ins Nachbarland heil überstehen! Schon beim alleinstehen in diesem Nähkästchen bekam ich schon Atemnot und wollte das Dach aufreißen - und ich bin daran gewöhnt, die Luft beim Apnoetauchen anzuhalten. Doch auf Apnoeschlaftraumen aufgrund akuter Sauerstoffnot in jeder der folgenden 7 Nächte wollte ich mich einfach so richtig einlassen! Im Augenwinkel stach mir die "Königssuite" ins Auge und ich taufte sie insgeheim in "Queenscastle" um. Hier würden nicht nur 2 Frauen Platz haben, sondern darüberhinaus sogar ihre bescheiden befüllten Gepäckstücke. Die Betten waren ein Doppelbett, das umrandet mit kleinen Schubfächern und einem Schrank für Hängekleidung sowie mit unendlich viel Stauraum in der Bilge ausreichen Platz für 8h Atemluft zweier energetisch überdurchschnittlich geladenen Borddamen ließ.
Während ich unter Deck Gepäckstücke wahllos in die Kabinen verteilte, um Platz zum Durchlaufen im Salon zu schaffen, begann der Skipper am Kartentisch die Funktionen des Schiffs sowie unserer Seekarten zu studieren. Ich beschloss, mir eine faule Warterunde in der Hecksitzecke an Deck zu gönnen, um noch einige Feierabendsonnenstrahlen durch meine Poren aufzusaugen und Wärme zu tanken.
Inzwischen kommen alle wieder an Bord und auch die letzten Beiden - upps, nein nur einer der letzten Beiden fehlenden Bordgäste - erreichen unser Seegefährt. Somit werden wir nur 5 Passagiere sein - inkl. Skipper!! Ist das nun gut oder schlecht?
Für die Kabinenverteilung scheint es vorerst gut zu sein. Für die spätere Stimmung innerhalb der Crew sollte sich diese geringe Anzahl von Multiplikatorindividuen als unhomogene Gruppe hinderlich für einen neutralen, offenen toleranten Umgang miteinander erweisen. Je weniger Menschen auf engstem Raum über einen längeren Zeitraum hinweg sich einer gemeinsamen Aufgabe stellen, desto unterschiedlicher und polarisierender fallen Meinungen und Einstellungen aus wie ins Gewicht. Die Fahrt entwickelt sich zur Millieustudie. Die Situation entwickelt sich tag für tag in Richtung Höhepunkt und mit ihr nimmt die Atmosphäre proportional bis ins unterste Kellergeschoss ab.
Geprägt ist der Törn durch Verhaltensweisen 5 unterschiedlicher Charaktere, davon 3 Männer und 2 Frauen. Allen voran ist da der Skipper, der seiner Aufgabe zu begeistern, zu motivieren, zu führen, zu lehren, mizureißen, mit gutem Beispiel voranzugehen, großartig zu sein in seinem Fach und seiner sozialen Kompetenz mitnichten nachkommt. Dafür werden wir Gäste mit äußerstem Negativismus, Sarkasmus, Frauenfeindlichkeit, verbalen Tonentgleisungen, Beschimpfungen und indiskutablem unsozialen Team störenden Verhalten durch den Skipper "beglückt". Damit paaren sich Unerfahrenheit, Ahnungslosigkeit, Unsportlichkeit durch massives Übergewicht sowie Bösartigkeit nach frei nach alter Stasimanier durch einen Gast an Bord - was im Lauf der Woche gut harmoniert mit dem Standardfrust des sich aufgegeben habenden Skipper. Parallel wird die Mischung gefärbt durch die Unerfahrenheit eines weiteren Gastes, der zudem aufgrund eines offensichtlichen Alkoholproblems dazu neigte, vorhandene Gemeinschaftsvorräte von Bier vorschnell zu bekämpfen oder weitere selbst erworbene Hopfengetränke in der eigenen Kajüte zu bunkern. Dies noch toppend zeichnete dieser Passagier sich durch einen herzerfrischenden, großen Minderwertigkeitskomplex aus, der für einige Lacher in der RUnde sorgte, was wiederum die Stimmung sporadisch aufhellte. Als Grabredenschreiber fand sich A. zum Beispiel gerade noch gut genug, an Bord nie niedersten Arbeiten übernehmen zu können und äußerte dies hilfsbereit und sehr überzeugend. Wen würde bei diesem nicht vorhandenen Selbstwertgefühl die Neigung zu einem derartigen, täglichen Bierkonsum noch wundern?
Mittendrin ist da noch Anna, die Jüngste an Bord und Ärztin von Beruf. Sie analysiert die Dinge auf dem Wasser stets messerscharf und scheut keine Konfrontation mit dem Skipper oder teilt schon mal gern die eine oder andere Spitze gegen die Schwächen der anderen aus. Schockiert ist sie über die Erklärung unseres Skippers unheilbar erkrankt zu sein und eigentlich keine Genehmigung von seinen Ärztinnen für diesen Törn bekommen zu haben! Ich stimme da voll zu. In einem Fall einer akuten Infektion mit heftigen Fieberschüben wären wir als unprofessionelle Segelcrew nicht in der Lage gewesen, das Boot und uns heil nachhause zu bringen. Eine grob fahrlässige Organisation seitens der Törnplanung - finden wir. Rechtlich wäre ein Unfall vor diesem Hintergrund wohl kaum zu verteidigen vor einer Versicherung oder anderen Institutionen. Ich frage mich im weiteren Verlauf des Törns über die Beweggründe der Sportschule, diesen kranken Skipper segeln zu lassen und habe von nun an immer 3 Fragezeichen im HInterkopf.
Segeltörn mit echter Bewegung auf allen Ebenen...
Was erwartet man von einem Segeltörn? Was erwartet man von einem Segeltörn auf der Ostsee? Was erwartet man von einem Segeltörn auf der Ostsee in der dänischen Südsee? Was erwartet man von einem Segeltörn auf der Ostsee in der dänischen Südsee, der als Ausbildungstörn verkauft wurde? Was erwartet man von einem Segeltörn auf der Ostsee in der dänischen Südsee, der als Ausbildungstörn verkauft wurde und eine Woche andauert?Nun ja, vorab sollte man natürlich keinen Internet-Zugang auf einem Segeltörn erwarten. Schon gar keinen Internetzugang auf einem Ausbildungssegeltörn, der das Boot täglich woanders hinsegeln lässt. Auch sollte man keinen Internetzugang und realistische Gelegenheiten zum Internetten während eines Ausbildungstörn auf der Ostsee erwarten - schon gar nicht, wenn man nur eine Woche Zeit hat.
1. es ist kalt auf der Ostsee - denn es ist nicht die Südsee, sondern die dänische Südsee. Auch wenn es währenddessen in Berlin brüllend heiß ist, frieren die Süddänen bzw. die, die die Gegend besuchen resp. besegeln. 5 Schichten Kleidung plus Wind und Regenanzug schützen vor Durchfrostung bis auf die Knochen nicht. Jedenfalls Nomalfigürliche. So traf das nicht für jeden sich an Bord befindlichen zu, der körperbedingt an Bluthochdruck litt und sich in seinem kulinarischen Leben beste Chancen für einen baldigen Herzinfarkt "erarbeitet" hatte. Anyway - die dänische Südsee ist launisch. Es kann regnen und hageln. Vom Wind gar nicht erst zu reden.... Alles in allem ermattet das Wetter, die Anstrengung am Ruder und an den Segeln schnell am Tag, so dass man kohlehydratreichste Nahrungsmittel schier einzuatmen beginnt und das abendliche Schlafengehen nach dem Eessen meistangepeiltes Ziel ist. Zum Aufsuchen eines Internetcafés fehlt da jegliche Motivation. Das Bloggen verliert plötzlich vollkommen an Bedeutung zugunsten des Schlafbedürfnisses ;-).
2. Darüber hinaus bleibt auf einem Segeltörn weder vor oder nach dem Frühstück bzw. niemals zwischendurch wirklich Zeit, sich tippende Gedanken zum Törn zu machen - es sei denn handschriftlich in ein Papiertagebuch, wie es meine Kajütenmitbewohnerin Anna aus der Schweiz getan hat. Die Abläufe an Bord sind normalerweise so durch Aktivität gefüllt, dass man sich über freie Minuten - auch mal außer ständiger Reichweite aller Mitsegler - freut und einfach mal nichts tun möchte.3. Die technischen Voraussetzungen auf einem Segelboot - in unserem Fall einer Bavaria 46 - bzgl. Internetzugang sind reichlich begrenzt und beschränken sich auf internet-fähige Mobiltelefone mit Kleinstbildschirm.
Anzumerken bleibt, dass auf einem richtigen Ausbildungstörn nichteinmal Zeit für Gedanken an das Internet übrigbleiben würde. Dieser wäre prall gefüllt - von morgens bis abends - vom ersten bis zum letzten Tag - mit Planung, Organisation, Inhalten, Lernen, Segeln, Theorie, Küchendienst, Nachtwache und diversen anderen zahlreichen notwendigen Tätigkeiten.
Das Stichwort bleibt Segelausbildungstörn....
Was würde man nun tatsächlich unter diesem Begriff verstehen?
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