Tuesday, March 06, 2012

Und wieder tickt der Countdown!

Nur noch 25 Tage auf der Basis und grad mal 7 Wochen in Mexiko verbleiben mir nach meinem diesmaligen Winteraufenthalt in der Sonne. Nach einigen Hindernissen mit der Internetbuchung habe ich meinen Rückflug auf den 20.4. mit meiner Ankunft in Berlin auf den 21.4. gelegt. Das gute ist, ich kann mich nun in Ruhe innerlich auf meinen Abschied einstellen. Das nicht so gute ist der Abschied vom Meer und dem lockeren Lebensgefühl - zumindest vorübergehend, wie ich grob einplane. Das Gefühl, dass ich zurückkomme nach ca. 4 Monaten zumindest in die Region, kommt nicht von ungefähr. Hier hinterlasse ich bereits soviele ungelegte Eier und langfristig angelegte Ideen für einen weiteren Lebensverlauf, dass ich für deren Entwicklung und schließlich Vollendung auf jeden Fall wiederkommen muss und will. Was allerdings wirklich sein wird, entscheidet sich im Lauf meiner Sommerzeit in Deutschland. Nur soviel sei gesagt: meine Motivation zur Abreise während meiner Flugbuchungsarie hielt sich stark in Grenzen.

Mittlerweile beschäftige ich mich schon wieder mit anderen Arbeitsprojekten für diese Zeit und ich freue mich sogar hier und da auf meine Zeit in meiner einstigen Wahlheimat. Doch eines ist inzwischen klar...: die Dinge haben sich verändert. Langfristig werde ich nicht mehr zurückkehren, wenn alles gut weiter verläuft. Die Nähe zum Meer mit seiner positiven Wirkung und seinen Sportmöglichkeiten will ich nicht mehr missen und betrachte meine Berlinreise als Intermezzo. Ein neuer Lebensabschnitt ist hier in Mexico angebrochen - wohin er auch immer noch führen wird....! Dazu mehr in nächster Zukunft!

Saturday, March 03, 2012

Frei auf dem Roller um Cozumel!


Mit meinem blauen Mietroller erreichte ich nach 2 min vom Chedraui-Parkplatz in St. Miguel die Westküste, die mein geliebtes Meer vor mir sichtbar werden ließ! Ich bog links ab und fuhr südlich die Küstenstraße hinunter. An diesem ruhigen Morgen bei strahlendem Sonnenschein sollte alles zum Besten laufen. Der Roller brummte zuverlässig die Landstraße herunter und ich übte zuerst etwas unsicher, die Richtung in den Kurven zu verändern. Nach einigen Geradeausfahrten in denselben hatte ich den Dreh der Gewichtsverlagerung raus und ich drohte nicht mehr unter Vollgas in den Dschungel zu fahren. Gar nicht so einfach wie ich dachte... wie peinlich. Mein Bruderherz würde sich ausschütten vor Lachen bei dem Anblick, gell?? Und zu Recht... Andererseits, Übung macht eben den Meister oder die Meisterin - ist wie beim Tauchen, Segeln, Fahren, Fliegen und anderem Schönen. Nach einer Zeit klappts reibungslos und reift zur Kür...

Die Westküste ist teilweise mit Resorts, Strandbars oder anderen Tourismusbetrieben oder sogar der einen oder anderen Hacienda bebaut. Anders als an der Rivera Maya, an der ich arbeite, kommt Ottonormal auch immer ohne Resorteintrittspass an den Strand, weil Cozumel ein entspanntes Island mit nur wenig Tourismus ist. Die Kreuzschifffahrt, mexikanische Marine sowie Fischer, Segler, Ausflugsboote und Tauchboote nutzen die Küste als Ausgangspunkt und Anlegestelle.

Ich lasse den bebauten Inselabschnitt an mir vorbei ziehen, weil ich die Hotellandschaften leid bin und endlich Natur sehen will. Da Yucatan platt wie ein Pfannkuchen ist, bietet Cozumel mir ebenso flach Dschungel zu meiner Linken und Dschungel zu meiner Rechten. Keine Berge, Flüsse, Schluchten, Wasserfälle oder heiße Quellen wie auf meiner Lieblingsinsel Dominica würde ich vorfinden - hatte ich allerdings auch nicht erwartet. Das machte die Angelegenheit einfach und ich konnte mich auf schöne Küstenabschnitte mit ihrer Beschaffenheit konzentrieren sowie laut meiner Karte auch einmal ins Inselinnere fahren, um mir vermeintliche Mayaruninen anzusehen. Sollte es hier tatsächlich Pyramiden geben? Wär ja mal ganz was neues....
     Schaue ich doch einfach mal und biege nach El Cedral ab. Die gerade Straße führt mich durch den grünen Buschdschungel vorbei an vereinzelten Ranchen - teilweise verlassen, teilweise als Pferderanch betrieben - hin zu kleinen Pensionen und zu einem Dorf, dass vor lauter Ruhe wie verlassen wirkt. Mit meinem knatternden Roller fühle ich mich wie ein Eindringling und sage mir, dass die Leute die Touris schließlich gewohnt sind und selbst auch Roller und Autos fahren. Aber es ist eben Sonntag.... Im Dorf suche ich nach der vermeintlichen Pyramide und erfahre recht bald vom örtlichen Straßencafébetreiber, dass es diese nicht gibt, sondern es sich um eine Legende örtlicher Landkarten handelt. Lediglich eine Miniruine neben der christlichen Kirche war noch zu bewundern, die sich aber nur in etwa 3x4m im Quadrat und ca. 3m in die Höhe erstreckte. Naja, während ich aus meiner Kokusnuss mit Chilipulver und Limonensaft naschte, dachte ich mir, wenn ich schon mal da bin, kann ich auch mal die 100 Schritte über die Straße laufen, um mir die alten Steine anzusehen. Wie man hier unschwer erkennen kann, habe ich mit Kirchenbesichtung ca. 10min für meine Besichtigung investiert und mich dann wieder knatternd davongemacht - zurück durch den Dschungel zur Küstenstraße, dem Ruf des Meeres folgend....

Im Süden erstreckt sich mir nun ein wunderschöner Strand, der gen Ostküste immer wilder wird - gemischt mit schneeweißen Pudersand und Limestoneuntergründen, die scharfkantige Löcher von den hereintosenden Wellen und Blowholes hervorgebracht haben - ähnlich wie ich es von Bonaire kenne. Die Küstenlinie ist wesentlich ungezügelter, natürlicher und ungebändigter als die brave Westküste, die dem Festland zugewandt liegt. Im Osten gibt es kilometerlange weiße Strände und fast optimale Surfabschnitte! Einmal jährlich veranstaltet die Insel ein berühmtes Kitesurffestival, dass Kiter aus aller Welt zusammentrommelt und hier Campen und Surfen lässt. Ein Woodstock der Kitesurfer sozusagen. Doch momentan ist es ruhig hier.

So fahre ich weiter und weiter, stoppe hin und wieder, um Halt an einigen traumhaften Strandabschnitten zu machen und mich in die eine oder andere Hängematte zu legen - übrigens ein in Mexiko offizielle etabliertes Wohnmöbelstück. Kein Mensch stört mich, während ich auf das Meer schaue oder einfach nur im Schatten unter dem Verschlag der Strandbar vor mich hindöse. Niemand drängt mir eine Getränk auf oder jagt mich davon, weil ich nichts bestelle. Ist das nicht herrlich entspannt hier ?! Nach ca. 1h entschließe ich mich zur Weiterfahrt - etwas unsicher der Strecke, die noch vor mir lag an meinem einzigen Miettag. Um 5 musste der Roller wieder in der Mietstation sein und ich vorher bei Remco und Marijke im Resort, um den Schlüssen abzugeben und zurück. Damit blieb mir nicht allzuviel Zeit an diesem freien Tag. Also ging ich zur Straße. Plötzlich hörte ich meinen Namen! Ich drehte mich um und sah Alexa am Strand auf mich zukommen. Achnee, bist Du auch hier? Und wo warst Du gestern? Kurz tauschten wir die News aus und ich machte mich wieder auf den Weg. Sie war mit ihrer Tochter und Freunden aus Ungarn unterwegs und ich wollte meine Rundfahrt erleben.



Noch einen weiteren Stop für einen Snack mit einem echt aufdringlichen Kellner - für mexikanische remote-Verhältnisse jedenfalls - und ich erreichte St. Miguel vom Inselinnern aus dem Dschungel. Auf der Geradeausstraße begegnete mir noch eine völlig verwarloste und verängstigte Hündin ohne jegliches Fell mehr an ihrem zerschundenen und von blutenden Wunden übersähten Körper. Ich fuhr an ihr vorbei und traute bei dem Anblick meinen Augen nicht. Sie lief in glühender Hitze mitten auf der Straße mir entgegen und ging auf Abstand, als sie mich erblickte. Was für ein Schock! Ich fuhr weiter und konnte den Blick nicht mehr aus meinem Kopf bekommen. Ich hielt an. Mein Gewissen verbot mir, einfach weiterzufahren.

Umgedreht und langsam zurückgefahren wollte ich irgendetwas tun, um ihr Leiden zu verkleinern. Doch was konnte ich tun? Mitnehmen war nicht. Sie war so scheu, dass ich sie nie hätte packen können. Das arme Geschöpf. Also entschied ich mich, ihr Wasser zu geben - das einzige was ich tun konnte. Leider hatte ich keine Schüssel oder ein Gefäß dabei, sondern nur meine Flasche. Da sie sich nicht einmal in meine Nähe traute, schüttete ich 3/4 meines Flascheninhalts einfach auf den Asphalt und fuhr ein Stück weiter.

Erst als ich weit genug entfernt war, lief die Kleine und schlappte das Wasser vom Asphalt. Sie war extrem verschreckt und ich wollte mir nicht detailiert vorstellen, was ihr passiert war. Ich fühlte mich nicht wirklich besser als ich wegfuhr, was ja auch nicht Sinn der Sache war, sondern überlegte mir traurig, was ich hätte tun können. Es gibt viele solcher Geschöpfe hier und ich darf in Playa kein Tier halten. Auf die Fähre wäre sie sicher nicht mitgekommen. Also verdrängte ich den Gedanken, dass sie sicher bald sterben würde müssen, wenn ihr keiner helfen würde. Wie traurig....

Frei, Cozumel und Karneval!!



Es kam, wie es kommen musste. Markus schickt mich am Samstag früh als Tourguide nach Cozumel. Der Tag, an dem die Karnevalsparade beginnen und mehrere Tage stattfinden sollte. Der Tag, der als bester Karnevalstag auf Cozumel bekannt war. Juhuuu! Sonntag plante ich sowieso, meinen freien Tag auf der Insel mit einer Rundfahrt um die Insel zu verbringen. Samstag Abend also - nach Feierabend - hatte ich den ersten mexikanischen Karneval vor mir und musste lediglich noch eine Unterkunft finden, damit am nächsten Tag die Rundfahrt folgen konnte - endlich einmal etwas Touriprogramm zwischendurch. Eigentlich war der Plan, mich mit Alexa, einer Kollegin, und ihren Freunden am Ferryterminal zu treffen, um dann gemeinsam auf Unterkunftssuche zu gehen. Sie nahm allerdings die Fähre 2h später als geplant, so dass ich mich allein auf die Suche begab und so ganz schnell bei befreundeten Kollegen zuhause unterkam.

Remco und Marijke bewohnen ein wirklich schönes kleines palapaartiges Dachapartment mit großer Dachterrasse, die einen schönen Blick auf den Dschungel hergab. Sie boten mir ein notdürftiges Bett für den Rest der Nacht nach dem Karnevalsumzug und der Straßenparty an, was ich dankbar annahm. Ich schlief sogar ganz gut auf der ca. 10cm dicken Sitzkissenauflage und in Tüchern aus Bali. Geht alles!! :-). Um 6 Uhr morgens war die Nacht allerdings vorbei, weil Remco und Marijke aufstehen und zur Arbeit mussten. Für mich ermöglichte diese Zeit ebenfalls einen frühen Start in meinen Touritag, so dass ich alles mir vorgenommene auch pünktlich schaffte und um 19.00 wieder zuhause in Playa in meinem Studio ankommen konnte.

Dass dieses Wochenende natürlich nicht den gewünschten Erholungseffekt erzielen konnte, lag 1. auf der Hand und 2. an einer fantastischen Parade durch St. Miguel und einem strammen Cozumelprogramm - begonnen mit der Exkursion für 14 Gäste, weiter über eine limitierte Schlafmenge bis hin zu einem frühen Touritag auf dem Motorroller, mit dem ich die Insel umrundete und dabei noch Gepäck und Wohnungsschlüssel hin und herkutschierte, um rechtzeitig auf der Fähre sein zu können. Doch die Inselrundfahrt entschädigte für alles um ein vielfaches!
Begonnen hatte alles mit der Parade. Remco, Marijjke und ich trafen uns auf dem Weg vom Haus ins Zentrum mit einigen weiteren Kollegen, bis wir ca. 10 oder mehr Personen waren und auf der Quinta von St. Miguel flanierten! In der Tat hatte der Karnevalsumzug einen fast professionellen Charakter! Tänzer auf den Wagen, davor und dahinter sowie sogar Profisalsatänzer und -tänzerinnen boten Ihr Können imposant dar. Es war beeindruckend! Eine typisch zentralamerikanische Karnevalsatmosphäre mit rhythmischen Trommelklängen hüllten die Festnacht ein. Wow, das ist eine Show wert! Mein Ausflug hatte sich bereits gelohnt!

Bestimmt muss man den Mexikanern eines lassen: sie pflegen eine ausgelassene, lockere und fröhliche Art, die sich besonders an Festtagen zeigt. Mein Resümee Mexico im Vergleich zu anderen karibischen Staaten ist schon seit langem recht eindeutig ausgewertet. Freundlich, herzlich, hilfsbereit, fröhlich,gebend, offen und noch einmal fröhlich sowie besonders auffallend in keinster Weise aggressiv stellt sich mir die lokale Kultur dar. Auf den Antillen, die ich bisher besucht hatte, schlug mir hinter einer fröhlichen Fassade oft eine unberechenbare, unterschwellige Aggression entgegen, die schon bei einem kleinen Spaß fast sichtbar wurde. In der Karibik habe ich bereits Kulturen erlebt, die mit Vorsicht zu genießen sind. Nicht so hier in Yucatan, Mexico. Im Gegenteil! Ich bin immer wieder überrascht von dieser lieblichen Art sich zu geben. Eine Seite an Menschlichkeit, die mir in Europa und Deutschland fehlt und die ich von dort nicht kenne. Nicht ein einziges negatives Erlebnis mit den Menschen hier kennzeichnete meinen Aufenthalt in Mexico. Kein Diebstahl, Einbruch, Unsicherheit nachts auf der Straße oder flache Anmache oder anderes aggressives ist mir hier passiert. Dinge, die auf den Inseln wie Bonaire, den Westindischen Inseln und Afrokonzentrierten Gebieten der Karibik zum Alltag gehören. Sicher passieren hier solche Dinge auch - doch ich könnte mir vorstellen, dass sie auf eine andere Art geschehen und mehr hinter verschlossenen Türen. Hier legen die Menschen im Allgemeinen großen Wert auf ein gutes Benehmen in der Öffentlichkeit und ein gutes Auftreten. Daher nehmen wir derartige Situationen wie öffentliche Anschuldigungen oder Aggressionen sicher nicht wirklich wahr. Nur Kleinigkeiten passieren hin und wieder, wie Diskussionen mit Taxifahrern über den Fahrpreis, wenn sie versuchen mehr zu nehmen, als sie dürfen. Einem Streit gehen sie dann meist schnell durch Rückzug aus dem Weg. Ein Verhalten, dass mir auch immer wieder in südlichen Kulturen auffällt.

Anyway, den Karneval beschließen wie gegen Mitternacht auf dem öffentlichen Platz bei einer kubanischen Jazz- und Salsaband und verabschieden uns von der noch größer gewordenen Gruppe. Mir fallen zu diesem Zeitpunkt schon längst beinahe beim Gehen die Augen zu und ich bin froh über den Aufbruch in Richtung Bett, das mir in dieser Nacht wie ein Segen vorkam. Nachts klingelte dann noch glatt das Telefon, weil Alexa sich meldete, die ich den ganzen Abend nicht gesehen hatte. Toll! Verlasse Dich auf andere, bist Du verlassen - manchmal trifft das zu und manchmal wiederum trifft dies nicht zum Glück nicht zu... Vielen Dank, Marijke und Remco!!!

Morgens trete ich aus dem Haus der Beiden und habe bereits den Tagesplan: Zum Chedraui laufen und bei der Scootervermietungsstation einen Scooter für den Tag mieten. Auf dem Weg dahin kam ich durch die Straße, in der sämtliche Karnelvalswagen von der Nacht geparkt waren und auf ihren Einsatz am heutigen Abend warteten. Eine etwas skurile Anmutung gaben die glitzernden Unterwassertiere aus Pappmaschee her und ich hielt sie alle fotografisch fest - für den Fall, dass die Abendfotos den Glanz der Parade nicht angemessen wiedergeben würden.

Neben Schwertfischen, Delfinen, Meerjungfrauen, Schildkröten, Angelfischen und Vögel, gab es Mungos und Phantasiefiguren zu sehen, die alle komplett mit Glitter beklebt und mit hellen bunten Farben überzogen waren. Eigentlich eine recht fröhliche und schöne Sache!

Gegen 9.00 sollte die Anmietstation ihre Pforten öffnen. Super! Zum Glück auch heute im Ausnahmezustand der Karnevalfiesta! Herrlich unkompliziert verläuft das Prozedere. "Bist Du schon mal einen Scoooter gefahren" war die einzige Identifizierung, die ich beim Vermieter mit "ja" bestätigen musste, um mir dann für 250 Pesos Sonderlocalpreis und 500 Pesos Kaution den blauen, etwas ramponierten Roller ausleihen zu dürfen. Das Tachometer war defekt. Das war auch nicht wichtig. Hauptsache die Bremsen und die Blinker funktionierten und die Kiste war vollgetankt. Dass der Rechte Rückspiegel an einem durchgebrochenen Reststück der Plastikhalterung herunterbaumelte, störte auch nicht wirklich. Der Linke war ja noch fest. Eine kurze Runde auf dem Parkplatz und ich hatte meine Fahrkünste erfolgreich präsentiert und belegt. Fröhlich brauste ich durch St. Miguel in Richtung Westküste, um meine Inselumrundung zu beginnen.

Friday, March 02, 2012

Reibungsverluste, Schwund und Gebrauchsspuren

Bei täglichem Einsatz als Unterwasserpatientenversorger stellen sich schon bald die ersten Abnutzungserscheinungen ein. Nicht, dass ich meine Taucher verlieren würde oder dieselben sich wünschten, sie hätten sich für Ferien in der Strandliege entschieden...nein. Doch bald erreichst Du einen Punkt, an dem Dich Deine Geduld besonders zu Beginn Deiner herausfordernden Vollgasfahrt durch einen größeren Tauchsportbetrieb oft im Stich lässt bzw. Dir mehrfache Energie vom normalen Durchschnittswert abfordert. Aber auch Deine ach so professionelle Tauchausrüstung zeigt ebenfalls ihr wahres Gesicht. Mein Gedenken gilt hier im Besonderen der Firma MARES (www.mares.com), die ihre Produktion im eigenen Interesse auf Flossen reduzieren sollte, weil es ihnen für die Herstellung anderer Tauchartikel eindeutig an Kompetenz fehlt. Nach 2 Jahren bzw. nach höchstens lediglich 100 Tauchgängen – wenn überhaupt - habe ich mein MARES Hybrid Semiwing-Jacket in Mexico zu Grabe tragen dürfen, weil die Blase das Salzwasser nicht ertrug und die Nähte schon nach kurzem Aufenthalt hier zerfressen waren und das Jacket rundum stetig neue Luftlöcher entwickelte. Kurzum: „MARES – Just add water to get lost!!!“ Mit der Schere wurden die Überreste zu einem Ersatzteillager für Clips, Bleitaschen, D-Ringe, Gurte, Deflator, etc. Interessenten dürfen gerne bieten! Soweit so gut.

Jedoch mein spezieller Dank gilt an dieser Stelle der Firma Cressi! Die stylischen Italiener haben mit ihrem Stretchanzug in 7mm inkl. Hoodholder den absoluten Bringer hingelegt! Wirklich! Mein Cressi long begleitet mich schon seit über 400 Tauchgängen in Chlor, Kaltwasser, Salzwasser sowie unter größten Materialstrapazen und beginnt nun so langsam auseinanderzufallen. Nach 5Millionen mal knien in Schwimmbädern und 10 Millionen mal an- und ausziehen durch reißen, zerren, zurechtrücken unter Zeitdruck gebe ich diesem Anzug eindeutig eine 2 plus für Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit, Flexibilität und bequemen Sitz. Den Abzug bekommt er nur wegen zufrüh durchgescheuerten Knien und der Schwachstelle am Rückenreißverschluss. Anway, ich danke Cressi für diesen Anzug! Nach demnächst 450 Tauchgängen werde ich ihn wohl durch einen neuen Cressistretch austauschen müssen und ihn ebenfalls zu Grabe tragen.

Zum Thema Schwund fällt mir mein Schnorchel ein. Wo versteckt sich mein Lieblingsüberflusstauchsportartikel, der seine Wunde am Spritzschutzaufsatz aus Zeiten Bonaires durch meine Fahrkünste erfahren durfte?? Damals fuhr ich liebevoll mit 4Radantrieb über das röhrenförmige Atemgerät in der Annahme, dasselbe längst dem auf der Ladefläche liegendem Tauchequipment hinzugefügt zu haben. Mein Schnorchel – erworben in Bonaire nach dem Verlust meines mitgebrachten und brutalst verletzt am steinigen Strand der Insel beim Anfahren zur Straße. Tja, soviel zum Schwund. Vielleicht können die Kapitäne unser Tauchboote etwas zur Fahndung beitragen. Dieses Rätsel wird vorerst nicht gelöst werden können. 

Seit einigen Tagen stelle ich fest, dass nun auch meine ca. 2 Monate alte Signalboje vom Salzwasser befallen wurde und Luft durch alle Nähte lässt. Dies bewirkt eine unschöne Erschlaffungsposition derselbigen an der Oberfläche während den Wartepositionen auf das Boot. Fabien, meinem Lieblingskapitän, entlockt dies stets ein Grinsen und er steigt immer auf das Spiel der abknickenden Boje ein, die wie eine krumme Thüringer Bratwurst aus dem Wasser ragt. Jaaahh, Himmel, Tauchsport bedeutet eben viel Flirterei und Spaß sowie entsprechende Assoziationen zu heißen Themen. Das macht das ganze ja eben so nett! Welches deutsche Büro kann das schon von sich behaupten???

Zuguterletzt gehen mir nun aber mittlerweile die liebsten Kollegen aus!! Louis, unser verrückter Franzose, süße 26 Jahre jung, Spezialist für verlorene Handys im Eifer der Gefechte (4 Handys und Telefonnummern innerhalb von 3 Monaten brechen so manchen Rekord), hat gekündigt, um auf Reisen zu gehen: 
Bonne voyage mi amor! Ich freu mich auf Deine Farewell-Party (Rekordziel 88 Personen in seine Wohnung zu quetschen) Emilia verlässt uns Ende April und geht nach Argentinien zurück, um ihr eigenes Tour- und Resortbusiness mit ihrem „future husband“ aufzubauen! Meine kleine süße Emi: Ich werde Dich besuchen – mit Dir kann man immer super Spaß haben!!! Emi ist mir als Lieblingsbootgenossin ans Herz gewachsen.

Auch dem einen oder anderen netten Begleiter muss beizeiten einmal der Weg gewiesen werden, damit man ausschließlich die schönen Momente genießen kann. Adios Eduardo, yo te veo manana...manana...;-)! Ich mag Mexiko!

Und zuguterletzt komme ich noch selbst abhanden - vorerst stückchenweise mit abgebrochenen Haaren (tägliche Spühlungen in Salz- und Clorwasser sowie Nonstopsonneneinstrahlungen erzeugen schon einmal Kopfbewuchsschwund) und mit dem einen oder anderen abgebrochenen Zahnstückchen (Atemregleradapter schwingt mit voller Wucht aus dem Nacken in den geöffneten Mund und direkt auf die Schneidezähne!!!! Oh shit!! Wie blöd muss man sein?? Einfach nur erschöpft reicht schon für den Zahnarztbesuch dieser Art...) und nun konkret, weil ich heute meinen Tag 31 von den letzten 31 Arbeitstagen bei Prodive Mexico hinter mich gebracht habe. Nach nun 7 Monaten Arbeit als Instructor – die ich zu 95% genossen habe, kündigte ich Ende Februar, um im April Zeit für mich, meine Projekte in Berlin und einigen Kurzreisen in der Region zu haben. Nicht nur Arbeit – hier 7 Monate mit 6-Tage-Wochen und manchmal gar keinem freien Tag – sondern auch Freizeit und Reisezeit will ich mir vor meinem Berlinflug am 20. April gönnen.

Anyway, ich verabschiede mich vorübergehend aus einem festen Umfeld mit dem Gedanken meiner Rückkehr. Einer Rückkehr in eine veränderte Welt Playas, wenn es denn so sein wird im Spätsommer 2012!!! Leben heißt Veränderung – und das täglich jeden Moment... oder wie war das??

Tuesday, February 28, 2012

Summertime…summertime…y todo el mar…


Seit einigen Tagen mehr ist es nun wieder so warm, wie es bis November war. Längst läuft nachts der Deckenventilator und sogar die heftigen Regenschauer zwischendurch aus der Sommerzeit haben bereits wieder eingesetzt. Der Sommer ist also zurück! Zwar pfeift der nächtliche Wind manchmal noch heulend um das Haus, was meist einen meeresfreien Tag nach sich zieht, aber die Temperaturen bleiben stetig um die 29/33 Grad - plus minus 4 Grad rauf und runter je nach Schauerstärke und Sonnendauer. Endlich setzt das feuchtheiße Klima langsam wieder ein, das uns wunderbare laue und feuchte Tropenabende beschert. Jeden Tag freue ich mich dann über meinen Aufenthalt und vermisse nichts vom europäischen Klima.


Mein Alltag bei Prodive gestaltet sich recht abwechselungsreich im Moment. Ich springe zwischen 3-4 Resorts an der Rivera Maya und der Insel Cozumel hin und her, um eben als solche/e Springer/in einzuspringen – wie der Name eben sagt – weil überall Tauchlehrer fehlen. Krank, frei, weg, zuviel Nachfrage zuwenig Staff, Planungsdefizite, etc. Es kommt schon mal vor, dass ich um 7 morgens auf der Fähre nach Cozumel sitze, um dann um 8:15 dort meinen ersten von vier Tauchgängen zu machen. Das gute: Dort bekommen die TL’s Nitrox in die Tanks. Das erleichtert ungemein. Mit Sauerstoff angereicherte Luft erleichtert dem Körper die Anstrengung unter Wasser ungemein und ich fühle mich soviel weniger müde nach dem Tauchen, dass ich glatt noch einen fünften Tauchgang nachlegen könnte. Davon abgesehen belohnen die schönen Cozumelriffe, die Jaques Cousteau schon seinerzeit wertschätzte, um ein vielfaches den gelungenen Tauchtag! Einfach ein Traum – das Tauchen auf dem platten IslandJ. Auch wenn ich dann einen 13-Stunden-Tag habe, auf Cozumel nehme ich das gern in Kauf! Was gibt es schöneres, als 4x gratis die schönsten Riffe der Karibik betauchen und auch noch Gäste hindurch guiden zu dürfen??? Als Unterwassersüchtige gibt es nicht viele schönere Aktivitäten zu tun....


Eigensinn am „Felipe“, Irrfahrt zum „Paso“ und gehirnamputierte Leihkapitäne

Ein Abenteuer ist der Job manchmal durchaus ebenfalls! Auf Cozumel sieht es dann so aus, dass man die Übernachfrage und den Mangel an Staff mit Mietpersonal versucht auszugleichen. So auch mit geliehenen Captn’s und ihren kleinen Booten. Mit einer 9-Mann-Fraktion starten mein italienischer Hengstkollege Davide also in unser Guidingabenteuer um das Wrack „El Felipe schieß mich tot“ und danach durch den Paso de Cedral.

„Felipe schieß mich tot“ ist nur ein ca. 16m langes Minensuchschiff der mexikanischen Marine, das exakt parallel zum Riff fein säuberlich im Sand versenkt wurde, um den Tauchern Freude und Amore zu bringen. Ein Spielzeugwrack, dass seinesgleichen in Ägypten wohl nicht finden würde. Es sollte ein einfacher Tauchgang für die 7-köpfige Gruppe werden. Doch da ist noch Lee. Lee ist weit weg von jender Coolness eines Lee Majors in „Colt Seavers“ seinerzeit in den 80ern im ZDF im Vorabendprogramm. Lee kommt dem klassischen Chaosegoistentaucher mit Hawaihemd begleidet den Steg hinunterrennend nahe, der im PADI Open Water Diver Video den Chaosschüler mimt, der jeden vorstellbaren Fehler mitnimmt. Unser Lee ist jedoch ein erfahrener Taucher mit diversen Brevetierungen und Tauchgängen. Was die Sache nicht einfacher sondern schlimmer macht.


Nach dem Briefing, in dem wir die Gruppe in 2 geführte Gruppen mit klarer Buddyzuweisung geteilt haben, zeigt Lee seinen bereits zu vermutenden Charakter in voller Pracht. Lee setzt sich zu mir. Aha! Ok! Er fängt an, in seinem Logbuch zu blättern. Nun gelangt er zu seiner Plastikkartensammlung. Aha, er will mir die Länge seines hmhmhm präsentieren. Na dann mach mal, Lee! Mir werden u.a. diverse Karten zu Specialties präsentiert. Herzlichen Glückwunsch! Du bist toll, Lee. Dann: Ich habe den Dry Suit Diver! Toll Lee, brauchste hier nicht. Ok, weiter. Ich habe hier das Ice-diving-Specialty! Super, Lee, brauchste grad auch ganz und gar nicht. Sind ja in der Karibik. Ham keen Eis, wa?! Ok, nu kommts: Hier hab ich auch mein Wrack-Specialty. Mensch, Lee, Du bist ja ganz groß! Und nu? Ja, sacht Lee, ich geh jetzt also allein ins Wrack, um Fotos zu machen!!! Waaaaaaaaasss gehst Du??? Ich geh allein inst Wrack, ..... NEIN! Gehst Du nicht! Sag ich. Doch, geh ich, sagt er! Ich sage: NNEEIINN, GEHST DU EBEN NICHT! Niemand geht allein irgendwohin auf diesem Tauchgang. Du kennst die Regeln! Du hast einen Buddy, bei dem Du bleibst und eine Gruppe, die Du nicht verlässt. Punkt! Denke ich. Er sagt: Nö, ich gehe ins Wrack, deswegen bin ich hier, ich will meine Fotos vom Wrack innen! Ok, Junge, Du denkst wohl, ich bin bloß die blonde Tussi im Boot, die Du mal schnell einwickeln kannst mit Deinem nichtvorhandenen Charme. Vergiss es. Im Augenwickel sehe ich, wie Lees Buddy unsere „nette Unterhaltung“ eingeschüchtern verfolgt. Zu Recht! Arschloch! Ich pfeife Lee auf meine freundlichste strikte Art zusammen und habe ihn schon fast soweit, dass er anfängt zu jammern. Manno, wer hat dem Jüngelchen bloß den Lolli geklaut?? Davide. Ich hole ihn dazu, damit er informiert ist. Anstatt meinen Ansatz zu unterstützen, findet er einen Kpmpromiss, den ich im Nachinein für Lee ok finde, für die Gruppe auch, aber mir gegenüber nicht so ganz clean. Aber damit kann ich leben. Mein Ego ist um Millionen m³ kleiner als das dieser 2 Herren – Lee und auch das des italienischen Hengstes aus Norditalien. Ende vom Lied: Die Gruppen bleiben und Davide geht mit Lee zum Ende des Tauchgangs für 5min ins Wrack. Nach der Diskussion fragt mit der Leebuddy, ob Lee nun machen würde was er wolle und ob er nicht woanders mittauchen soll. Natürlich bestätige ich ihm, dass er bei mir bleiben soll und Lee ziehen lässt. Mit einem Arschloch ist eben nicht zu diskutieren und nicht zu sozialisieren. Genauso sieht es unten dann auch aus: Lee zieht allein an allen vorbei und saust sofort ohne seinen zugeteilten Buddy zum Wrack. Das Chaos ist perfekt, als Davide seine Grupp entgegen des Briefings in die entgegengesetzte Richtung um das Wrack herum führt und mir nur das Folgen übrigbleibt, um die totale Verwirrung einzugrenzen. Chaos pur mit diesem Italiener unter Wasser! Aber ist das nicht typisch für die Spaghettis?? Dafür muss man sie fast liebhaben, wenn es nicht so anstrengend wäre....Haha!

Alles geht gut. Lee bekommt seine Extrawurst. Der Rest geht heil nach oben. Davide gehört nicht zu den sorgfältigsten Guides – was ich allerdings bei den meisten männlichen Kollegen immer wieder sehe – und zurück im Boot erhalten wir sogar ein überraschendes Lob eines Gastes, wie gut wir die „Situation mit Lee“ handlen! Super! Wenigstens was...! Mir war gar nicht bewusst, dass wir überhaupt etwas handlen in dem für mich mittelschweren Chaos. Am Ende gelang uns die Arie eben doch irgendwie. Wenn da nicht noch der mexikanische Kapitän ohne Gehirn gewesen wäre. Und, ach, auch Davide wieder einmal mit typisch italienischem Machogehabe – aber mit Charme, den man ihm lassen muss...

Nach dem zweiten Tauchgang durch den „Paso de Cedral“, den mein lieber Hengstkollege verpasst hätte, wenn ich ihn nicht herübergelotst hätte – am meisten ärgert mich aber, dass die meisten ihm folgen, weil er natürlich als Mann besser weiß was er tut!!! Ganz schnell war aber klar, dass er komplett in der falschen Richtung viel zu weit wesentlich unterwegs war, um diesen Tauchplatz zu finden. Junge Junge! Wo willst Du hin??? Ins nichts!?? Der Paso ist nicht von weitem erkennbar und so folge ich immer meinem Gefühl und nehme einige Bodenreferenzen sowie die Strömung und meine eigene Position in der Strömung. Ich verfehle ihn nie. Zum Glück! Daher kann ich Davide ganz sicher zu mir rüberpfeifen und den Rest der Truppe ebenso. Denn es soll ja kein Wettrennen werden zwischen den Guides, sondermn ein tolles Taucherlebnis. Am Paso treffe ich auch Remco, meinen weißblonden Kollegen aus Holland/Curacao, der den Pasos ebenfalls perfekt kennt, sowie alle Guides in Cozumel. Der Tauchgang läuft also jetzt. Wie erwartet begegnen wir wieder Ammenhaien, Schildkröten, Groupers, Barschen ohne Ende sowie einem riesigen Adlerrochen, der neben uns in der Strömung schwimmt – so langsam, dass er fast steht! Er scheint uns null zu fürchten und sogar unsere Gesellschaft zu genießen. Leider hat er eine große Bisswunde im linken Flügel. Aber er scheint ok zu sein.

Alles in allem ein schöner Tauchgang mit einigen eigensinnigen aber verträglichen Verhaltensweisen. Nun denn. Sicherheitsstopp. Meiner Anweisung folgen 70% der Gruppe. 2 Taucher lassen sich ewig Zeit, auf 5m zu kommen. Da sind wir schon am Ende der 3min angelangt. Idioten. War mir ja klar, als sie ihren Arsch nicht zur Gruppe bewegen. Ihretwegen müssen wir also länger im Wasser warten und die Gruppe geht zerrissen an die Oberfläche bzw. bleibt darunter. Und jetzt kommts!!!!!!!!!! Unser eigener Leihkapitän – der, der sein Gehirn bei der Geburt im Muttermund hat stecken lassen – brettert mit seinem nach unten ungeschützten Motorrotoren durch die auftauchende, sicherheitsstoppende Gruppe von Tauchern durch, um dieselben einzusammeln! Ist das zu fassen!!! Eine Unsicherheit in der Gruppe mit einem unachtsamen Auftauchen zum falschen Moment hätte ein Hackfleischmassaker bestehend aus Gehirnmasse, Schädeldecke und anderem menschlichen Gewebe verursacht, welches niemand hätte abschätzen, nachvollziehen, beurteilen, auswerten und verarbeiten können! Wir wären erstmal unsere Lizenzen los bis zum Untersuchungsende und der Captn kommt davon! Was für ein Riesenidiot von Volltrottel und Megaarschloch! Jeder unserer eigenen Skipper wissen, dass sie das Boot in die Nähe der Gruppe rangieren, den Motor ausschalten und sich seitlich vorsichtig nähern, während die Strömung uns weitertreibt. Aber dieser alte Sack und Vollidiot – wahrscheinlich Limettensammler von Hauptberuf – macht sich keine Platte im leeren Schädel. Womit auch??? Und wieder haben wir Glück. Nichts passiert und alle erreichten die Barke. Zurück im Allegro rennen wir zum Mittagessen, um danach gleich wieder für einen Doubletank am Nachmittag aufzu brechen – diesmal gehe ich als Guide auf unser Prodive-Boot und Davide mit einer anderen Gruppe mit dem Mietidioten. Zum Glück. Mein Nachmittag wird wunderschön und ich komme superglücklich gegen 19 Uhr in Playa in meinem Studio an, um den Tag abends noch mit nettem Besuch abzurunden
J. So könnte es eigentlich bleiben.....

Tuesday, February 14, 2012

Nicolas.

Eigentlich sollte mein nächster Blog ein lustiger sein und über das süße Leben in Mexico erzählen. Der muss jetzt warten. Dafür möchte ich meinen heutigen Eintrag jemandem widmen, den ich als Mensch und ehemaligen Kollegen sehr geschätzt habe. Ich will nicht sagen, dass es um einen Freund geht - jedenfalls nicht nach meiner/unserer Definition von Freundschaft. Aber eine Freundschaft hätte es durchaus werden können, wenn wir es endlich geschafft hätten, uns öfters mal auf einige Feierabenddrinks zu treffen. Wir hatten es nie getan und so schreibe ich heute lediglich über einen Bekannten, den ich sehr für seine direkte aufrichtige Art mochte. Ich schreibe über Nicolas.

Nicolas ist tot. Nicolas hat sich am vergangenen Freitag aus dem 3. Stock seines Hauses in Playa gestürzt, nachdem er Streit mit seiner Freundin hatte und es zu einer Trennung kam. Unvorstellbar ist für mich diese extreme Reaktion. Aber ich wusste um Nicolas Drogenprobleme. Kokain und Weed gehören leider bei den meisten Menschen hier zum täglich Brot. So auch für Nicolas, dessen bevorzugtes Rauschmittel Koks war. Dann macht ein Selbstmord dieser Größenordnung wiederum Sinn für mich. Traurig ist es dennoch. Erst vor 2 Wochen traf ich ihn auf der IDC Party in bester Launer und freute mich, ihn in so guter Verfassung zu treffen. Nichts hatte den Anschein von Beziehungsproblemen. Doch was sich hinter der lachenden Fassade eines Gesichtes verbirgt, bleibt ja oft für immer verborgen. Oft waren seine persönlichen Probleme aufgrund seiner sehr aufbrausenden Art ersichtlich geworden. Aber alle schoben es auf die Drogen. Nicolas ließ sicher auch niemanden so nah an sich heran, als dass man hätte mehr bemerken können. Und nun der Schock. Nicolas ist tot. Einfach tot. Die lokalen Schmierblätter haben diesen Selbstmord natürlich voll ausgeschlachtet und den Bericht mit einem Foto von ihm bzw. seines Körpers - liegend auf dem Boden - gebracht. Hier werden Tote immer ganz groß auf den ersten Seiten der Zeitungen dargestellt. Das gemeine Volk hier auf dem Lande will schließlich angemessen unterhalten werden....

So geistern mir heute also das Lachen und die letzten Begegnungen mit Nicolas im Kopf herum und mir kommen die Tränen. Obwohl wir nicht eng befreundet waren, muss ich immer daran denken, wie schnell doch sein Leben aufgehört hat. Mir wird wieder einmal bewusst, wie schnell ein x-beliebiges Leben vorbei sein kann und wie schnell sich eine Situation verändern kann und wie abrupt man sich manchmal von jemandem verabschieden muss, wenn man denn noch eine Gelegenheit erhält. Nun, Nicolas habe ich nicht mehr getroffen nach der Party, um seinen weiteren Werdegang nach Prodive bei 1 bis 10 Cervezas zu bequatschen. Ich wusste, dass es ihm jobmäßig längst besser ging. Bei uns war er hauptsächlich als Cenoten-Guide eingestellt, um Kunden diese offenen Unterwasserhöhlen von Yucatan zu zeigen. Er fand auch, nachdem er bei Prodive gefeuert wurde, problemlos einen neuen Caveguide- und Instructorjob in Playa - Cenotenguiding war immer, was er wollte. Auch privat schien er sich positiv zu entwickeln. Es folgten sein Umzug von Tulum hierher, neue Jobs sowie weitere Freunde. Einige Pechsträhnen gab es hin und wieder - gebrochener Fuß, schmerzender Rücken, etc. - aber generell schien es ihm gut zu gehen. Und so ist man dann ja auch nicht alarmiert und sagt sich, Du kannst ihn immernoch irgendwann treffen, Du bist ja noch einige Zeit hier....

Doch nein! So ist es dann eben nicht. Daher denke ich gerade hier, in unserer schnelllebigen und fragilen Branche: Triff Deine Freunde, Bekannten, Menschen, die magst, jetzt! Verschiebe nichts. Morgen kann diese Chance für immer vorbei sein. "Keine Zeit", Bequemlichkeit oder andere Ausflüchte werden rasch zur Sackgasse. Ich fühle mich traurig, dass ich Nicolas nicht mehr getroffen habe und erinnere mich gern an seine frische Art und seinen Geist zurück.

Nico, lass es Dir jetzt besser gehen!!! Wo auch immer Du jetzt steckst!!! Salut.

Friday, February 03, 2012

Cozumel!!! Welch fantastische Tauuchgänge!!

2x diese Woche fuhr ich als Guide mit nach Cozumel, um dort an den schönsten Hängen der Region zu tauchen und zu führen! Ich brauche dringend eine richtige Unterwasserkamera! In 2 Tauchgängen heute schwammen mir direkt ein süßes graues Riffhaibaby von ca. 70 cm vor das Gesicht, eine riesige alte Loggerhead Schildkröte - ca. 1,20m -, Barracudaschwärme und große Barracudas ca. 1,20m - , die nur die Karibik zu bieten hat, Riesenbarsche - 80cm - 1m - ein Ammenhaibaby von ungefähr 80cm und einiges mehr! Abgesehen von der Fischdemonstration heute Vormittag sind Cozumel's Palancar Riffe Sahneschnitten für uns Taucher und der Paseo de Cedral auf nur max 16m mit guter Strömung die Kür für alle herumlungernde Flossenviecher dieser Gegend, wie der Hamburger Hauptbahnhof für Junkies! Ein Paradies für Insider eben !!!