Friday, March 15, 2013

Bali unterwasser

Nun hab ich doch beinahe vergessen zu erwähnen, dass ich auf Bali auch Tauchen war - Gerätetauchen und Freitauchen. Einige Bilder vom Gerätetauchen will ich hier posten, damit auch Ihr einen Eindruck bekommt, wie es hier in Amed oder Tulamben aussieht - unter dem Meeresspiegel. Na dann, ich will gar keine Worte darüber verlieren. Schaut einfach: Balinesische Anemonenfische, ein Pygmäenseepferdchen (viel Spaß beim Finden), eine Hawksbill Schildkröte.










                                                                                                                                   
                                                                                           
                                                                               
                                                                                   
                                                                                   
                                                                                   
                                                                               
                                                                               






Thursday, March 14, 2013

Weiterreise und Reiselust


Sooo, Balis Tage sind gezählt. Zumindest gilt dies für meinen Aufenthalt am Fuße der Vulkane. Am 18.3. hebt mein Flieger nach Male ab, von wo es am 19.3 weiter nach Indien geht. Ehrlich gesagt kann ich es kaum erwarten, weiter zu fliegen. Denn das Vulkangestein-gedunkelte Ostbali in der Regenzeit lädt nicht gerade zum freudigen Verweilen ein. Seltsam, wie Farben die Stimmung beeinflussen. Trotz Wärme in Indonesien wirken die Dschungel bewachsenen Berge zwar schön, jedoch unter dem teils dunkelgrauen Regenwolken verhangenen Himmel leicht bedrohlich. Vielmehr noch zieht es mich hier eher weniger ins Meer, da der schwarze Meeresboden das Wasser ebenfalls verdunkelt, so dass Meer und Himmel oft einen dunkelgrauen Schleier bilden. Nicht wie an anderen Orten bisher, an denen man es als Fremdling kaum erwarten kann, ins helle Türkisblau an schneeweißen Stränden einzutauchen. Hier ist das definitiv nicht so. Also habe ich beschlossen, wenigstens die letzten 2 Tage nach Sanur umzuziehen, wo es einen weißen Strand geben soll, um vielleicht etwas hellere Stimmung zu tanken!
Von dort ist es nicht mehr weit zum Flughafen sowie zu lokalen Zahnkliniken. Denn inzwischen ist mal wieder ein Besuch beim Zahnklempner von Nöten, da die Selbsternannten in Male ihr Handwerk gründlich vermurkst haben. Lange bis zu Berliner Praxen ist es ja nun auch nicht mehr...

Morgen werde ich also meinen letzten ganzen Tag in Amed, wahrscheinlich mit Freitauchen im Meer, verbringen, um am Samstag nach Süden zu fahren. Hier ist außer Hühnerkreischen und Rollergebrumm derzeit wirklich gar nichts los und der ewige Regen macht mürbe. Aber gibt auch Zeit, Termine zu sortieren und zukünftige Unternehmungen zu organisieren und zu arbeiten. Soviel Bücher wie hier habe ich selten gelesen und mir diese Ruhe immer schon gewünscht. Nun ja, Reisen ist doch schön, aber nachhause kommen auch. Dies soll nun auch am 3. April geschehen - mit ca. 60kg Gepäck alles zusammen gerechnet sowie neuen Plänen für die Zeit ab der Rückkehr. Bis dahin genieße ich die tropische Wärme, noch etwas das dunkle Meer und das Fliegen! Ab 19. warten spannende neue Eindrücke in Hyderabad, Indien! 

Sunday, March 10, 2013

Balis Vulkane


Gunung Batur hieß mein Rundreisezeil per Scooter bzw. der Kratersee dieses mittelhohen Vulkans auf Bali. Leider sind die Bergregionen jetzt während des Regens Wolken verhangen und entsprechend neblig auf den Höhenstraßen. Egal. Wenn ich schon mal hier bin, fahre ich da rauf. Der Batur ist lange nicht so hoch wie der Gunung Agung mit seinen 3142m. Außerdem wollte ich ja nicht auf den Berg sondern nur zum Kratersee, der um die Vulkanspitze herum einen Halbmond ergibt und an dessen Ufern einige Balinesische Fischerdörfer liegen. Die Fahrt war trotzdem weit, frisch, naß und anstrengend zugleich. Doch der Ausblick am See hatte sich gelohnt, auch bei grauem Himmel. Ganze 9 Stunden dauerte mein Fahrttag von Ahmend Richtung Tulamben an der Ostküste entlang bis hinauf nach Tejakula, wo ich in die Berge abbog und einfach der steilen Straße hinauf folgte. 


Serpentine, Abhänge manchmal links und gleichzeitig rechts und eine stundenlange Kurverei führten mich irgendwann nach Batur, einem touristisch erschlossenen Städtchen auf dem Kratergrat mit Blick hinunter auf den den Kratersee und auf dem in der Mitte des Krater liegenden Vulkans. Hier hatte sich ein Krater um den Vulkan herum gebildet, in dem die Menschen leben. Vom letzten Ausbruch 1963 war die Südseite noch heute schwarz und ohne Leben. Auf den übrigen Hängen hinunter bis zum See war der Berg gründ und wies sehr alte Laufspuren der Lavaflüsse auf. Ein dramatischer Anblick wurde mir hier unter dunklen Wolken geboten. Allein diese Atmosphäre war die lange Fahrt hierher schon wert gewesen.



Ich verweilte auf ein Mittagshäppchen am Souvenirstand bei Instantnudeln und heißem Tee - denn die Regenfahrt war kalt hierher, da die Grade da oben nur bei ca. 15 Celsiunen lagen. Frisch gestärkt machte ich mich zügig auf die Weiterfahrt, denn zurück nach Amed um die andere Bergseite herum würde ich länger brauchen als an der Küste hierher. Aber dies hiel sich in Grenzen. Bevor es weiterging, fuhr ich noch runter in die Seedörfer, um den Blick auf den Vulkan von unten zu genießen. Dort angekommen, fuhr gleich wieder jemand hinter mir her - ein Künstler, wie sich herausstellte, als ich am Ufer Halt machte - der wieder etwas verkaufen wollte. Ob Übernachtungen, Souvenirs oder wie in diesem Fall selbstgemalte Bilder mit überwiegend hindusistischen Motiven - die Balinesen versuchen gerade in der Low season, alles an den Touristen zu bringen. Ich hatte zuvor einer Frau eine Tüte voll lokalem Obst gegen ca. 5 USD abgenommen, was mir sinnvoller erschien, als mich mit Schnickschnack zu beladen. Das war es denn auch und auch der Künstler und sein Begleitschutz (?), der nebem ihm stand und mitredete, überzeugte mich nicht zum Geldausgeben.


Also fuhr ich die Straße von Kedisan wieder hinauf, um der Straße von Batur den Berg hinunter zu folgen. Wieder wurde ich von Regen und zahlreichen Zweirädern wie Autos begleitet. Die billige Plastikhülle einer Regenkombination sorgte zwar dafür, dass kein Regenwasser die Kleidung tränkte, gewährleistete jedoch keine Luftzirkulation unter ihr. Nass wurde ich also so oder so. Irgendeine verpasste Abzweigung führte mich nach Bangli, wo ich per Zufall eine religiöse Tanzdarbietung traditioneller balinesischer Tänzerinnen auf der Straße erleben durfte. Aufgrund des aktuell bevorstehenden Neujahrsfestes boten sie heute schon einmal ihr Können dar. Dies war ein willkommener Anlass für einen Zwischenstopp und ich nahm einige Fotos auf. Gleich darauf machte ich mich wieder auf den Weg, um vor der Dunkelheit in Amed zu sein. Leider gelang dies nicht ganz, weil die Rückfahrt sich ewig hinzog und das Wetter das Unterfangen erschwerte. So dauerte mein Ritt an diesem Tag gute 9 Stunden und ich beschloss, es damit bei weiteren Ausfahrten zu belassen.


Bali in der Regenzeit


Warum fliegt jemand in der Regenzeit nach Bali? Weil es trotzdem schön dort ist! Ich war schlicht meiner Freitauchkollegin Julia gefolgt, mit der ich die Unterwasserwelt via Luft anhalten in Bali, ihrer neuen und alten Wahlheimat, entdecken wollte. Außerdem sah ich dies als günstige Gelegenheit, weil ich nicht weit von Indonesien entfernt war und noch knappe 3 Wochen Zeit bis zu meiner Indienreise hatte. Eigentlich sollte es jetzt auch nicht mehr so viel regnen, wie es täglich tut. Meist heißt dies, dass der Morgen und der Vormittag einigermaßen sonnig oder bewölkt und meist trocken ist. Gegen 12 Uhr Mittag bezieht sich der Himmel jedoch und es fängt an zu schütten, was zum Abend hin anhält. So starker Regen motiviert mich nicht, weite Touren auf dem Roller um die Insel zu unternehmen. Denn so viel Bekleidung zum Wechseln kann ich gar nicht einpacken und mitnehmen. Lust auf viel Herumreisestress habe ich nach Sri Lanka auch keine. Es würde sich hier eher lohnen, ist jedoch wesentlich kostspieliger, da es kein funktionierendes Bussystem gibt und Balinesen sich im Auto oder mit dem Motorrad fortbewegen oder eben gar nicht. Ohne einen internationalen Führerschein gibt es kein Auto und einen Fahrer und Wagen zu beauftragen würde mein Reisebudget schnell sprengen.

Dagegen unternehme ich kleine Touren mit dem kleinen Mietroller und meiner neuen Regenkombi, was ein guter, entspannter Kompromiss ist. Ostbali ist sowieso die schönste, landschaftlich spektakulärste und ruhigste Gegend, weil ich hier in guter Vulkannähe und mit Berglandschaft umgeben bin sowie im ruhigen, aber bekannten Fischerdorf Amed wohne. Touristen sind derzeit kaum hier und auch sonst in überschaubarer Anzahl zugegen. Freitaucher schätzen diese Ecke schon lange als am besten zu betauchende um die Insel herum. Ahmed entwickelt sich langsam zur Freitauchdestination und knüpft damit an die Gilis an, auf denen seit einiger Zeit schon Bekannte der Szene agieren. So leben neben Julia an die 10 Freitauchlehrer und unterrichten SSI und Apnea Total Kurse. Mystisch wirkt die Unterwasserwelt mit ihrem schwarzen Sand und lässt das Meer besonders dunkel erscheinen. Taucht man jedoch erst einmal ab, ist man von einem majestätischem Blau umgeben, dass die intakte Korallenlandschaft in schönsten bunten Farben strahlen lässt. Ohne Zweifel ist diese Tauchregion eine besondere. Sieht man mal von dem Müll ab, der die Flüsse entlang aus den Bergen hinuntergespült wird. Ein trauriger Nebeneffekt, der in Südostasien wohl nicht anders zu erwarten war. Wann lernen die Menschen endlich die nachhaltig schädlichen Auswirkungen der Meeresvermüllung - auf unser aller Leben???

Mittlerweile wohne ich nun schon 1,5 Wochen in meinem schönen Bungalow in einem ebenso schönen tropischen Garten und genieße die Ruhe, das Faulenzen, das Nachdenken und den Blick auf die grünen, hohen Berge. Die ersten Tage waren perfekt zum Erholen von meinen Erkrankungen und ich verbrachte viel Zeit mit Schlafen.

Auch sonst bin ich zu müde, um große Rundreisegelüste zu entwickeln. Irgendwie habe ich in den letzten 7 Monaten viel erlebt und zuviel gesehen, als dass ich noch Lust auf mehr Abenteuer hatte. Einfach einmal nicht fortbewegen erschien mir nun an der Zeit zu sein. So mache ich das auch seit meiner Ankunft. Lediglich an 2 Tagen war ich Tauchen, einmal schwimmen und schnorcheln und 2 Tagestouren mit dem Roller habe ich unternommen - eine davon zum Lake Batur, der am Fuße des Batur Vulkans als ein halbmondförmiger Kratersee erscheint.

Sunday, March 03, 2013

Bali - gefühlte 83 Stunden später


kaum in Colombo abgehoben und in Male zwischengelandet, hatte ich abends gegen viertel vor 11 meinen Flieger nach Kuala Lumpur bestiegen, um dort am Flughafen 3 Stunden später in die kaum besetzte und sehr komfortable Maschine nach Bali einzusteigen. Tag 2 meiner Weiterreise war angebrochen und ich hatte nur wenig ausruhen aber nicht schlafen können. Im Flugzeug gab es dann kein Halten mehr. Jeder kann in den buchstäblich schrägsten Positionen einschlafen, wenn er nur müde genug ist - behaupte ich einfach mal pauschal :-)!


So flogen wir also über den Äquator in die südliche Hemisphäre unserer Weltkugel und landeten morgens in Denpasar, Bali. Aufstehen, Handgepäck, aussteigen, Einwanderung, Gepäck, rauskommen in die nächste Taxi-Mafia! Und diese schien wesentlich besser organisiert zu sein als die in Sri Lanka. Überhaupt ist Bali weiter entwickelt und bedient sich moderner Transportmittel wie neuer Autos auf der Insel. Dennoch hatte ich von einer Busverbindung nach Amed gehört und wollte diese günstige Möglichkeit auch gleich nutzen. Touristen sind wirklich unendlich blöde. Da ich den Taxifahrern keine 60 USD schenken wollte, entschied ich mich für 12 für die Fahrt zur Bushaltestelle und weiterer 2 für den Bus aus die andere Inselseite. Und hier war er denn auch: der alte ganz im Südostasien-Stil gehaltene kleine Bus für normale arme Inselbürger. Dieser fuhr gemütlich durch die Lande und war nicht bequemer als jeder in Sri Lanka. Eine erneute Tortur für ca. 4 Stunden bis Amlapura. Im Bus selbst fand sich schon mal eine frische Reisernte, an der Straße zu verkaufende frische, selbstgemachte Leckereien oder einfach nette alte Frauen, die schlicht nachhause fuhren. So schaukelte ich wieder durch die Landschaft und hoffte auf baldige Ankunft und ein Umsteigen in den Anschlussbus. 17:30 Amlapura: der Busfahrer warf mich am Straßenrand raus und behauptete, dass ich hier den nächsten Bus nehmen könnte. Jaja, doch erst morgen! Der letzte Bus war durch, wenn nicht sogar der einzige. Super! Danke!

Einige aggressiv wirkende Jungspunte boten mir die 45min Fahrt für knapp 20USD an. Abzocke. Ich versuchte zu verhandeln. Es war noch nicht schlimm genug. Doch die Situation war ausweglos. Die Jungs ließen mich sitzen und warten. Worauf wartete ich eigentlich? Auf ein Wunder wahrscheinlich. Doch es lohnte sich.

Nachdem ich herumgefragt hatte und man mich wieder auf die Typen verwies, hielt jemand auf einem Roller und fragte, was ich suchte. Eine Fahrt nach Ahmed! Er kam mit dem gleichen Preisangebot und ich erwiderte, dass ich das bereits abgelehnt hatte und er ging gleich 50000 Rupien runter. Lächerlich umgerechnet. Aber mir gefiel die Idee, die Typen mit ihrer Störrigkeit sitzen zu lassen, so wie sie es mit mir getan hatten. Sie beschwerten sich auch direkt bei meinem Fahrer für die Einmischung und das Unterbieten. Sollen sie doch! Ich hätte jetzt fast jeden Preis gezahlt, um weiterfahren zu können. Aber nicht mit denen in ihrem schrottreifen Minibus. So bekam ich ein bequemes Auto und einen Direkttransfer zu meinem Cottage, das Julia, die Freediving- Freundin mir vermittelt hatte. 

Hikkaduwa - die letzten Momente in Sri Lanka...

Auf meiner Rundreise durch Sri Lankas Mitte und Nordosten hatte ich das Gefühl gewonnen, Absteigenhopping zu machen. Eine heruntergekommene Absteige nach der nächsten wurde mir zu dafür völlig überhöhten Preisen angeboten. Zu viele anstrengende Preisverhandlungen für schlechte und verdreckte Unterkünfte hatte ich hinter mir. Erschreckend dabei war, dass dieser Zimmerstandard hier normal schien. Nichts gegen einfach mit kalter Dusche und meinetwegen einer 8cm dünnen Schaumstoffmatratze, aber bitte keinen Dreck der letzen 10 Jahre an den Wänden, so dass Du gleich beim Eintreten die Krätze bekommst. Ganz zu schweigen von ungeputzten Bädern mit Wasser und Dreckspuren der letzten Monate. Das ganze am besten noch für 30-40 USD die Nacht in einem Land, in dem der Monatslohn eines Barkeepers bei 150 USD liegt. Leider sind die Menschen in Sri Lanka in den letzten Jahren etwas geldgierig geworden und leisten aber nicht mehr für ihre Preise. Eine wohl überall normale Entwicklung.

Hier in Hikkaduwa habe ich ein sauberes Zimmer am Strand gefunden, in dem ich mich das erste Mal auf wohlfühlen konnte. Vorgenommen hatte ich mir, das Surfen auszuprobieren, wo die Jungs doch täglich direkt vor unserer Nase die Wellen ritten und etwas zu tauchen. Leider wurde mir ein Besuch am Moragalla Beach für einen Nachmittag zum Verhängnis. Sandflöhe attackierten mich derart, dass ich schlimme Entzündungen in den Beinen bekam, die dadurch anschwollen und bei jeder Senkrechtstellung extrem stark schmerzten. Also hieß es liegen, soviel wie möglich. Das konnte ich ja auch am Strand und mir dabei wenigstens das Meer ansehen. Auch das erwies nicht nur als vorteilhaft. Als nächstes zog ich  mir noch einen Sonnenbrand auf dem Mund zu (gibts denn sowas...) und meine Unterlippe wurde zu einer großen Wasserblase. Für die Entzündung war so viel Sonne auch nicht förderlich und mein Zustand verschlechterte sich. Die nächsten 3 Tage sahen die anderen Gästehausbewohner mich so gut wie nicht mehr, da ich im Zimmer blieb und nur aus notwendigen Gründen nach draußen kam.  Der letzte notwendige Grund war meine Abreise und mein Gang zur Apotheke. Minimal besserte sich die Infektion, aber lange nicht schnell genug, als dass ich mich auf eine 2tägige Weiterreise nach Bali ohne Zimmer und ohne Schlaf traute. Am Tag vor meiner Abreise also besorgte ich mir Antibiotika - in Sri Lanka, den Malediven und wer weißt, wo sonst noch überall, natürlich rezeptfrei zu bekommen - um weiteren Komplikationen vorzubeugen.

Am Morgen des Tages meiner Abreise ging es mir viel besser. Die Schmerzen ließen nach und ich durfte heute endlich dieses Land verlassen, das ich vor über 5 Jahren so sehr ins Herz geschlossen hatte. Nichts davon war übrig geblieben. Sri Lanka macht heute einen ganz anderen Eindruck auf mich. Ich sehe die Dinge heutzutage einfach ganz anders als damals in meinem 3wöchigen Urlaub aus Deutschland. Das schönste dieses Mal waren die Blauwale! Ohne dieses Erlebnis hätte ich den Besuch bereut. Die Wale sind ein guter Grund, nach Sri Lanka zu kommen. Dazu sollte man wissen, zu welcher Jahreszeit sie wo anzutreffen sind, damit man sich am richtigen Platz einquartiert. Im Sommer ist das die Ostküste, im Winter die Südküste. Die Strände und Wellen in Hikkaduwa und Umgebung sind auch ein guter Grund hierherzukommen. Surfen, schwimmen, nichts tun - ist hier ebenfalls entspannt möglich.

Trotzdem, ich war froh, abreisen zu können und begab mich auf den nächsten Trip...! Eine Zugfahrt von Hikkaduwa nach Colombo dauert so 3 Stunden. Wir reden so von 100km vielleicht... Zum Flughafen reicht der Zug selbstverständlich nicht. Stattdessen müssen sich Individualreisende vor dem Bahnhof auf die Suche nach dem richtigen Bus machen, was auch gut funktioniert, da die Singhalesen hilfsbereit Auskunft geben und Fremden den richtigen Bus zeigen. Dies wiederum ist sehr angenehm im Land. Mein Gepäck und ich verbrachten also weitere 2 Stunden in einem Höllenbus, der gnadenlos durch die Stadt und die Ortschaften raste, bis es irgendwann hieß, hier ist der Flughafen. Wo? Ich musste aussteigen, sah vor mir 5 Tuc-Tucs und Grün. Kein Flughafen, nichts. Nein, für den Rest der Strecke musste ich mir ein Tuc-Tuc nehmen. Den letzten Kilometer fuhr der Bus nicht heran. Hätte ich keine entzündeten Beine mit einem jeweiligen Umfang von ca. 2,50m gehabt - ein Elefant dagegen wäre als Twiggy durchgegangen - wäre ich das Stück gelaufen. Doch als temporär Gehbehinderte musste ich in den sauren Apfel beißen und der Dreiradmafia noch einige Rupien in den immer offenen Schlund werfen. Zum Glück hatte ich noch welche übrig...

Im Flughafen durfte ich mich nun auf eine Wartezeit von ca. 7h bis zum Check-in einstellen. Sowas schreckt mich heute gar nicht mehr, da ich schon so manche Nächte auf Pampaflughäfen oder Zentralflughäfen zugebracht hatte. Doch die Bequemlichkeit des welchen in Colombo ließ zu wünschen übrig. Immerhin ergatterte ich eine 2er Stuhlreihe mit angesetztem Tisch und konnte mich einige Stunden hinlegen. Wichtigste Gegenstände dabei waren: dicke Wollsocken, Sweatshirtkapuzenjacke, Sarong zum Zudecken, mehrere T-shirts und Ohrstöpsel! Die Halle war hemmungslos unterkühlt - Aircondition ist auch hier sooo in - und der Lärmpegel, verursacht durch die Einheimischen nur gedämpft erträglich. Singhalesen unterhalten sich nicht dezent - sie brüllen ins Telefon, über die Stuhlreihen hinweg und vor allem ungeniert zu Zeiten, zu denen andere versuchen etwas Schlaf zu bekommen. Das beste Erlebnis ging so: 1 einheimischer Mann war am Flughafen mit 2 Frauen im Sari, die auf den Stuhlreihen schliefen. Irgendwann schlurfte dieser Koloss zu seinen Grazien, klopfte und schüttelte sie barsch, um sie aufzuwecken. Die Beiden schauten ihn eingeschüchtert an. Er sagte nichts, sondern zeigte rüde mit ausgestrecktem Arm in Richtung Damentoilette. Mir verschlug es fast die Sprache. Das hier war kein Araber, von denen ich eher so etwas erwartet und ähnliches schon gesehen hatte. Hier wies ein Kerl seinen Frauen den Weg ins Bad, was so viel hieß wie "wascht Euch gefälligst jetzt!". Noch erschreckender anzusehen war, wie die Damen ihre Zahnbürsten und die Zahnpasta aus den Taschen kramten und mit ablehnender Gestik ihres Gebieters gegenüber aber gehorsam ins Bad gingen. Ich hatte genug gesehen. In was für einer Welt leben wir eigentlich, um es hinzunehmen, dass Männer Frauen kontrollieren? Wann hört das endlich auf? Wann hören die Frauen endlich auf, sich wie Dreck behandeln zu lassen?

Bloß weg nach Bali!

Irgendwie waren so die Stunden weniger zäh vergangen als ich erwartet hatte und es war Zeit. Gegen 4 Uhr irgendwas ging ich langsam in die Damentoilette, putzte die Zähne, machte mich frisch so gut wie es ging und schob meinen Gepäckwagen zum Check-in. Alles klappte gut und ich fand mich wenig später in der Zivilisation wieder: einem Coffeeshop bei Caramel Latte, Muffins und WIFI. Nur noch weitere 3h bis zum Abflug nach Male.

In Male ging es weiter. Der Versuch Bargeld am einzigen Geldautomaten des kleinen Flughafens abzuheben, um die einzige regelmäßige aber unzuverlässige Transportmöglichkeit nach Hulhumale zu nutzen - den lokalen Bus - verlief nicht ohne Mühe. In Male sind Alltagsdinge immer kompliziert und die Menschen das Gegenteil von hilfsbereit - ignorant und arrogant. Diesen Ruf haben die Malediven mittlerweile, weil ihre Bewohner sich einbilden, das Zentrum der Welt zu sein. Als Außenstehende fragt man sich stets, ob die Menschen hier in der Schule Erdkunde haben und schon einmal die Weltkarte gesehen haben. Doch lange Rede - kurzer Sinn - beim Versuch am Informationsschalter eine Lösung für den nicht korrekt arbeitenden Geldautomaten zu finden, verwies mich die verschleierte Dame unwirsch an die Arbeiter, die gerade den Eingangsbereich der Bank neu bauten. Super Frau! Als ob Bauarbeiter bei Geldautomatenfragen weiterhelfen können. Sie war erstens völlig gleichgültig und zweitens hörte sie nicht einmal zu, um welches Problem es sich handelt und gab eine entsprechend dumme Antwort. Das ist typisch für die Malediver: Dumm und arrogant gehen hier exemplarisch zusammen. Ich gab auf und versuchte es erneut. Vor mir waren gerade 4 Schweden mit der gleichen Problematik beschäftigt. Zu Viert füllten sie das Kartenhäuschen aus und waren kurz davor, den Automaten zu operieren. Ich sah schon die Skalpelle... Doch dann klappte es irgendwie. Ich beschloss, alle Karten zu versuchen, die ich hatte. An denen lag es nicht. Also wieder zurück zur ersten Karte. 150 Rupien wollte er nicht geben. 50 Rupien auch nicht. Bei keiner Karte! Eine ganz blöde Eingebung lies mich 100 Rupien tippen und siehe da, das Geld ratterte zum Ausgabefach!! Hatten wohl keine 50er mehr die Schlaumeier... Solche Probleme hatte ich schon auf den karibischen Inseln erlebt. Wenn dort kein Geld aus dem Automaten kam, waren sie schlicht leer und wir mussten es auf der nächsten Insel probieren. Oft waren die Vorräte an Wochenende verbraucht und die Banken füllten erst in der Woche wieder auf. Hier waren es anscheinend nur die 50er oder ein anderes Problem. So gab auch ich meine Erfahrung an die hinter mir wartende Person weiter, so wie die vor mir operierenden Schweden mich informiert hatten, um ihr Leid zu minimieren.

Larissa kam inzwischen auch schon zum Flughafen und brachte mir bares, weil ich sie informiert hatte. Leider darf man in Male nicht über die Insel nach Hulhumale laufen, sonst hätte ich mich den Bus gespart. Doch durch den Flugverkehr ist alles genau geregelt. Ihre Wohnung war mein Ziel, denn hier wollte ich umpacken, Gepäck reduzieren und meine Tauchausrüstung abholen, die ich während meiner Sri Lanka Reise bei ihr untergestellt hatte. Außerdem hoffte ich auf einige Stunden Schlaf oder ähnliches, bevor ich abends wieder zum Flughafen zurück musste, um nach Bali weiterzufliegen. Ich hatte jetzt gute 12 Stunden Aufenthalt, bevor ich zum Check-in musste. Hieß: Duschen, Ausruhen, Umpacken, Taxi anrufen. Letzteres klingt am mühelosesten, war aber das anstrengendste. Hulhumale besitzt ein Airport-Taxi-Unternehmen. Heißt auf maledivisch: ich mach, was ich will und wann ich will. 1,5 Stunden musste ich warten, bis zuletzt das Bed- und Breakfast-Hotel nebenan die Firma überzeugte, dass sie mich endlich abholten und zum Flughafen fuhren. Als Entschuldigung führten sie fadenscheinige Gründe an und scheuten auch keine Lügen. Im Hotel bestätigten sie mir diese Probleme mit dieser Firma und erzählten, dass bald ein zweites Taxiunternehmen eröffnet, um diesem Konkurrenz zu machen. Wenn ich nicht so viel Zeit gehabt hätte, wäre ich wohl explodiert. So steckte ich dem Fahrer meine Unzufriedenheit auf unterschwellige Art und lobte lediglich die bald startende Konkurrenz. Er schnaubte angespannt und setzte mich brav am Flughafen ab.

Auch dieses Land verließ ich diesmal gern. Denn außerhalb der Resorts hat es nichts positives zu bieten - was traurig aber wahr ist. Durch die Abgeschiedenheit und ein eingeschränktes Bildungssystem ist es von Rückständigkeit, Unbildung und mangelndem Benehmen geprägt. Die Malediven sind einfach kleine Sandhaufen im indischen Ozean und er arabischen See, auf denen Fischer leben. Die Einheimischeninseln sind verdreckt und vermüllt, die Menschen arbeiten kaum. Auch auf den Resorts fällt auf, dass die arbeitenden Kollegen aus dem Ausland kommen: nicht nur aus Europa, auch aus Sri Lanka, Bangladesh, Indien, den Philippinen, Thailand, etc. doch sicher nicht aus dem eigenen Land. Malediver setzen dagegen ihre Priorität auf ein gut gestyltes Aussehen nach der neuesten Mode! Irgendwann hatte ich die Wartezeit hinter mich gebracht und checkte ein. Nur 5kg zu viel. Das war für Malaysian Airlines in Male kein Grund, mir zusätzliche Gebühren abzuziehen. Ja! Geschafft! Ich war sauber im Duty Free Bereich angekommen und bereit für Bali!!! Nur noch zwei Flugzeuge via Kuala Lumpur trennten mich von meinem neuesten und ersten Urlaubsziel auf der südlichen Erdhalbkugel.