Saturday, June 13, 2015

Warum Belize zu meiner tiefsten Selbsterfahrung wurde

Lange habe ich hier nicht mehr gebloggt. Über ein halbes Jahr ist es her, dass ich mich ausschließlich mit mir und meinem Überleben befasst habe und keine Energie für das Bloggen mehr übrig hatte. Was in Belize so vielversprechend begonnen hatte, endete auch in Belize mit gefühlt einer großen Katastrophe. Was nach außen schien, als ob ich im Paradies Parties feiere bis zum Umfallen, war in Wirklichkeit gefühlt meine persönliche Hölle. Eine Hölle, die ich mir geschaffen habe. Heute weißt ich das und übernehme für alle meine Entscheidungen die Verantwortung. Die meines ganzen bisherigen Lebens hatten mich in Belize an die Grenze meiner Überlebensfähigkeit gebracht. Die Entscheidungen, die ich meist unbewusst in jedem Augenblick getroffen habe, zeigten mir nun auf der kleinen Insel Caye Caulker einen harten Spiegel vor.

Freedive & Sail Belize ist ein wunderbares Produkt und eine sehr schöne Idee. Denn das Riff bietet außergewöhnliche Formationen, Hunderte unentdeckte Blue Hole's und immer noch einen großen Fischreichtum, besonders beim Großfisch. Winter ist Bullenhai-Saison, Stachelrochen bevölkern stets die sandigen Grasflächen und Ammenhaie sollten auf die Belizeflagge als Nationaltier erscheinen. Kulturell ist Belize ersteinmal ein Traum. Die entspannte Rastasubkultur mit Raggae an allen Ecken versetzt Dich sofort in "Slow down mode", einen Modus, den wir in unserer Leistungsgesellschaft sehr gut vertragen können.

Auch die Freiheit, die diese Kultur ausstrahlt und lebt, ist ganz meins. Ein besonderes Plus, wofür ich erst einmal jeden Rastaman achte, ist seine echte Spiritualität. Er lebt seine Verbindung mit dem Universum und so mit jedem Menschen, Tier und jeglicher Energie - mit allem Leben um sich herum im Einklang. Natürlich hat nicht jeder diesen Status schon erreicht oder zielt auch nicht vollständig darauf ab. Doch grundsätzlich findest Du unter Rastas ein hohes Bewusstsein für das Leben, die Liebe und das Jetzt. Rastas bauen ihr Gemüse an, ernten es selbst, essen ital, verzichten auf tierische Kost, lesen täglich einen Absatz aus der Bibel und streben stets nach Frieden im Miteinander. Liebe gegenüber jedem ist die große Überschrift. Wen überrascht es demnach, dass jeder individuelle Tourist dort mit offenen Armen empfangen wird? Du fühlst Dich einfach sofort wohl im Land. Außergewöhnlich.

All das hatte ich auch erfahren und in mir kultiviert in den 9 Monaten, die ich innerhalb des letzten Jahres insgesamt in Belize gelebt habe. Wenn da nicht noch meine großen Schatten in mir zum Vorschein gekommen wären und mich schmerzlich an starke innere Blockaden, schädliche Glaubenssätze und verdrängte Erfahrungen herangeführt hätten.

Was passiert ist, ist der Zusammenbruch meines neuen "Freedive & Sail Belize" Projektes. Bis heute puzzle ich an jeder Ursache, die ich unbewusst herbeigeführt habe, um diesen Zusammenbruch zu erzeugen. Was erstmal widersprüchlich klingt. Doch wenn uns klar ist, dass alles, aber auch alles, was uns im Leben widerfährt, durch uns selbst geschaffen wurde, können wir uns konstruktiv unseren Schicksalsschlägen widmen, Ursachen finden und Blockaden auflösen, die diese erzeugt haben.

Freedive & Sail war im ersten Schritt eine Kooperation mit Rivero Sailing, ansässig in Rüsselsheim bei Frankfurt. Ein mayanische Skipper aus Belize, lebend mit deutscher Frau in Deutschland sein halbes Leben lang. Dies sind die Menschen, mit denen ich das Projekt aufzogen wollte. Weil mich meine Idee so begeistert hatte und ich für den Winter 2014 schon Touren anbieten wollte, machte ich vor über einem Jahr sofort ans Werk, die Touren auf den Plan zu rufen. Und es gelang!

Ich hatte relativ zeitnah bereits Anfragen, dann Buchungen und weitere Anfragen durchgehend. Dies bestätigte meine Idee als wunderbar in meinen Augen. Parallel überhörte ich die Warnungen meines Freundes auf Caye Caulker fast absichtlich. Ich wollte nichts negatives Hören. Heute weiß ich, dass ich genauer hinsehen werde für zukünftige Kooperationen. Worum es meinem Mann ging, war, mir die allgemein gefasste Meinung im kleinen Land Belize über den Skipper Javier zukommen zu lassen, die mich hätte vorsichtig werden lassen. Da die Menschen hierzulande nicht zur Übergriffigkeit neigen, entgegen der deutschen Kultur, forcierte er seine Bemühungen nicht. So blieb mir im Verborgenen, dass Javier in Belize allgemein als Angeber bekannt war, der gern jemand großes sein wollte, aber nicht viel hinter dieser Fassade zu bieten hatte. Dies weiß man in einigen Kreisen auf Caye Caulker und Belize City offenbar gut. Doch selbst das Wissen hätte mich nicht abgeschreckt, da ich Menschen mit Selbstüberschätzung oft in deutschen Büros getroffen habe und dies hierzulande ja sogar eine Überlebensstrategie in zahlreichen Managementpositionen ist.

In Belize jedoch ist dies - gerade unter Rastas - das Gegenteil von "humble". Doch Javier ist ein eingedeutschter Maya und hat nichts mit der Rastakultur gemein. So liegt ihm Bescheidenheit nicht wirklich im Blut. Aber auch damit habe ich kein Problem. Solange jemand seinen Job gut macht, kann er fast sein wie er will.

Ich wollte eine Tour erfolgreich fahren und damit der Welt zeigen, dass Belize eine Freitauchreise sehr wert ist und beste Alternative zu den sonst üblichen Plätzen in Asien. Die Tour im November klappte auch. So sah ich diese als erfolgreiche Probe an und freute mich auf Dezember. Was jedoch im November deutlich wurde, war, dass Javier und seine Frau Bianca nicht realisierten, dass auch ich mit der Tour Geld verdienen will. Immerhin ist es meine Idee und es sind meine Gäste. Dass hier ein Skipper meinen könnte, ich fahre ausschließlich aus Spaß an der Freude mit, lernte ich bitterlich. Die beiden gönnten mir kein Einkommen, wie ich hinterher feststellte.

Auf der Dezembertour fing am zweiten Tag der Motor an zu stottern und das Ruder brach zweimal. Angeblich alles Dinge, die nicht vorhersehbar waren. In der Marina erfuhr ich im März noch, dass die "Talismann", das Boot der Beiden, nie gewartet wurde und ausschließlich entweder ruhig lag oder rausfuhr. Kein Geld wurde in die Technik und das Funktionieren gesteckt. Also musste unser Törn nach 4 Tagen abgebrochen wurden, das Boot in die Marina gezogen werden und wir von Bord gehen. Nach der Reparatur sollten wir die Tour fortsetzen. Diese 3 Tage an Reparaturen, Skipperverhalten, Abschleppmanöver und Erlebnissen mit Bianca waren insgesamt haarsträubend.

Nachdem wir denn beinahe gekentert und gesunken waren, sah ich die Wahrheiten aufgereiht vor meinem Auge. Der Skipper konnte kaum segeln, es war deutlich seine Unkenntnis zu sehen, er hatte die Tour nur mit seinem Gewässer erfahrenen jüngeren Halbbruder fahren können, weil er sich als Seemann nicht auskennt. Der Halbbruder war der einzige an Bord mit Seemannswissen und kritisierte Javier täglich ununterbrochen außer Hörweite. Bianca wär so fröhlich an Bord wie eine beleidigte Leberwurst und hatte so gar kein Interesse am Segeln und an Wasser, worunter die Stimmung bei den Gästen litt. Sie war eher beim Verzehr der Vorräte zu sehen als irgendwo sonst. Dies lag wohl unter anderem an ihre offensichtlich erscheinenden Eheproblemen mit Javier und seiner Lust auf andere Frauen.

So gab es diverse gefährliche Situation, hervorgerufen durch die Verantwortungslosigkeit des Skippers oder aus seiner Unwissenheit wie meist merklichen Überheblichkeit heraus. Wir waren froh später, heil von Bord zurück nach Caye Caulker gekommen zu sein.
Dort erklärte er mir nach 2 Tagen, dass der Törn storniert werden müssen, da der Motor angeblich komplett kaputt war. Javier schien mir die gebuchte Tour nicht zu Ende fahren zu wollen. Er hatte schon im November geschluckt, dass er als Dienstleister nicht als einziger Geld mit der Tour verdienen sollte. Entspanntes Teilen und Win Win war ihm wohl noch fremd. Somit ging es also darum, dass alle Tourgelder erstattet werden mussten. Javier und Bianca verhielten sich wenig kooperativ und erstatteten meine Einkaufspreise, aber nicht die gesamten Tourgelder. So habe ich aus alles möglichen Quellen Geld aktiviert, was zum Teil mehrere Wochen andauerte, bis alle Buchungen zurückbezahlt waren.


Diese Zahlungen ruinierten meine Existenz finanziell mehr als ertragbar. Die größten Wochen unter Stress erlebte ich also seit dem 20. Dezember bis vor einigen Wochen - 5 Monate später noch durchgängig. Soviele Gelder konnte ich in meinem Business nie als Rücklagen aufgebaut haben. Doch wichtig war mir, dass die Teilnehmerinnen gut aus allem herauskamen. Und so war es auch.

Was Javier und Bianca angeht, muss ich darauf vertrauen, dass das Universum ihnen die Resonanz verschafft, die diese Situation bei ihnen erzeugt hat. Ein Recht auf einen Ausgleich scheine ich hier laut deutschen Anwälten nicht so eindeutig zu haben. Schon ist es real, doch nicht so einfach beim Gericht durchzusetzen. Das wussten die beiden genau, wie sie mehrfach zum Ausdruck brachten, was mich wiederum noch mehr glauben lässt, dass sie die Tour vorsätzlich sabotiert haben. Sie verschwanden auch innerhalb von 2 Tagen aus Belize und flogen heim.

Ein Aufhellen und somit eine Bestätigung für die Richtigkeit meines Weges waren meine Heilanwendungen im Wasser, die ich individuell Freitauchern und anderen Menschen zukommen lassen, die an ihren Blockaden, Traumata, emotionalen Barrieren, Symptomen und anderen Imbalancen arbeiten möchten. Hier durfte ich sehr schöne und Intensive Erfolge am Ende meines Belize - Aufenthaltes erleben. Hierfür bin ich dem Universum sehr dankbar, denn diese zeigen mir, dass ich auf meinem Weg bin.

Meine Lehre aus dem katastrophalen Verlauf des Törns allerdings war, nun endlich auf meine finanzielle Situation zu achten und nach Ursachen für diese und andere ähnlich misslungene Situationen zu suchen. Dazu hatte ich auch viel Gelegenheit, denn in Belize war ich an meinem existenziellen Ende angelangt, wurde durch meinen Freund gestützt, der mir ein Platz zum Leben, die nötigen Mittel zum Leben und emotionale Zuwendung zur Verfügung stellte. In einem solchen Loch zog ich erstmal nicht viel positives in mein Leben. Ohne die Spiritualität meines Rastaman's weiß ich nicht, ob ich es geschafft hätte dort. Ich bin ihm von Herzen dankbar für mein Überleben.

Und da bin ich immer noch. Im Überlebensmodus. Nur langsam erhole ich mich von dieser Niederlage - oder sollte ich sagen: wichtige Selbsterfahrung?-, die mich ins Mark getroffen hatte. Bis heute ziehe ich keine erfolgreichen Projekte an, doch erkenne mehr und mehr den Überfluss und die täglichen Geschenke des Lebens an. Dies ist die wahre Fülle des Lebens: Gesundheit, Freude, Liebe, Sonne, Natur, Menschen, Frieden, und so vieles mehr. Mit diesem Lernen gehe ich zurück ins Leben und werde wieder erfolgreiche Projekte aufstellen. Dafür schaut immer gern auf www.apnea-me.com.

Auch meine Coaching-Aktivität für Menschen auf ihrem Weg der Selbstfindung schärft sich für mich mehr und mehr und zeigt sich als sehr richtig für mich an. Ich möchte meine Erfahrungen, durch viele Krisen gegangen zu sein und sie gemeistert zu haben, mit Ressourcen, der Hilfe von Familie und Freunden, sowie durch die Erweiterung der eigenen Sichtweise an Andere weitergeben und danke an dieser Stelle meinen Eltern, meinem Bruder, meinen nahen Freunden und auch Bekannten für zahlreiche Hinweise und finanzielle Unterstützung sowie Übernachtungsplätze und ihre emotionale liebevolle Unterstützung.

Wer mich etwas fragen möchte, ist herzlich eingeladen, dies via email zu tun: marianneglobal@gmail.com.


Monday, December 08, 2014

Zurück in Belize - in allem geht es um die Balance!

Seit Anfang Oktober nun bin ich wieder in Belize, Caye Caulker, und verlän-gere mein Auf-enthaltsvisum monatlich für 25 $us auf der Nachbarinsel Ambergris Caye. Nach nunmehr 2 Monaten im Land fühlt sich mein Leben hier mehr und mehr realer an - als ob ich hier zuhause wäre. Genauso sehr wie zuhause, fühle ich mich auch manchmal so fremd und fehl platziert, dass ich gern abreisen würde. Mehr und mehr Einblicke in das Leben der Einheimischen, ihre Denkweise, ihre Einstellungen, ihr Benehmen und in meine phasenweise eigene stärkere Ablehnung anstatt Freude, wenn ich diese mit den Menschen meiner Heimat Deutschland vergleiche, gewinne ich von Tag zu Tag. Es stellt sich langsam eine Art Alltag ein, der mich verstehen lässt, warum die Menschen sich in reiche Länder träumen. Klar war mir das schon lang. Doch selbst gefühlt bei längeren Aufenthalten, gerade durch die privaten Beziehungen im Land und Arbeitserlebnisse, macht aus dem Wissen ein einprägsames Gefühl.

Es fühlt sich leider immer noch an wie das Leben auf der anderen Seite. Die wirtschaftlichen Unterschiede dieses chaotischen Dritteweltlandes sind einfach zu groß zu Europa, als dass man hier von fließenden Übergängen beim Grenzübertreten sprechen könnte. Doch ich ertappe mich andererseits immer noch dabe, die Dinge halbleer als halbvoll zu betrachten. Erinnere ich mich dann wieder an die andere Seite dieses Lebensstils: die Entspanntheit, die Absurdheit, die Wärme, die fast Drucklosigkeit, das gelebte Vertrauen der Menschen in ihr Überleben durch Spiritualität und Glauben, das warme Wetter, das angenehme Klima im Allgemeinen - bin ich wieder dankbar und wünsche mich nicht in meine alte Wahlheimat Berlin, wo es schon so kalt, hektisch und dunkel ist. Ein Ort, der keine flexiblen Möglichkeiten bietet. Wer überleben will, muss rund um die Uhr schuften oder vom Einkommen anderer wie Partner, Eltern oder anderen Geldgebern leben. Das ist hier anders. Auch von kleineren Summen lässt sich von einem Tag in den nächsten leben. Die Menschen können sich lange mit Raten Zeit nehmen. Viele Menschen besitzen noch Grund und haben keinen Einkommensdruck. Andere verarmen durch Drogensucht und Verbrechen. Andere werden wohlhabend von Drogensucht und Verbrechen. Das Gros jedoch versucht ein normales Leben und ist zufrieden mit einer guten Mitte ohne illegale Aktivitäten. Kleine Gehälter, brüchige Holzhäuser und kleinste Geldaufwendungen halten ganze Familien am Leben. Es geht hier auch wieder einmal um eine Balance.

Für mich ergibt sich unter dem Strich eine Balance - gefühlt und real - die gesunde Bodenständigkeit erzeugt und mich mit den Bedingungen vor Ort umgehen lässt. Was machbar ist, wird gemacht, anderes muss warten. Immerhin habe ich es in diesem Jahr schnell geschafft, mein neues Business in Belize "Freedive & Sail" http://apnea-me.com/freedive--sail-belize.html auf die Beine zu stellen. Einen Törn sind wir im November gefahren, einen gleich 14tägigen fahren wir über Weihnachten. Ziele sind das "Blue Hole", Half Moon Caye, Long Caye und Turneffe Reef sowie weitere spots im zweitgrößten Great Barrier Reef der Welt. Was wir hier zum Zeigen haben, ist das reinste Wildlife! Vögel, Fisch, Krokodile, Rochen, Mangroveninseln, Häuser auf Stelzen mitten im Meer - was oft meilenweit flache Lagunen sind - Naturschutzgebiete, Riffhänge und Korallengärten etc. Dieses Riff ist noch wunderschön und sehr vielseitig. Im Gegensatz zu den Malediven ist es wesentlich natürlicher, noch nicht ausgebeutet und noch intakt! Die Inseln sind weniger kalkulierbar aneinander gereiht und bieten eindeutig mehr Vielseitigkeit als die im indischen Ozean. Alles erstreckt sich auf eine große Fläche mit größeren Abständen zu einander. Die Kultur ist im Gegenteil zu den Malediven offen, tolerant, nicht fanatisch und fröhlich wie locker.

Da es die Regierung leider versäumt, sich um ihre Leute zu kümmern, befindet sich das Land wirtschaftlich im Chaos und lässt breite Völkergruppen an Armut leiden. Die Menschen müssen selbst sehen, wie sie überleben. Darin begründet liegt auch die große Korruption und Absurdheit im Land. Ein Polizist verdient um die 400$usd im Monat, dafür, dass er sein Leben riskiert, Leichen beseitigt und ständig Festnahmen durchführt. Letzteres bring Provision und erhöht die Motivation der Polizei, bestimmten Einheimischen Gesetzesverstöße zuzuschreiben, die sie meist nie begangen haben. Auch werden bestimmte Menschen besonders beäugt und andere Kulturgruppen vernachlässigt. Was in der Polizei noch für zusätzliches Einkommen neben der Gefängnisinsassen erzeugt, ist das Entfernen von gezahlten Strafbeträgen der schuldig Gesprochenen. Diese werden in bar entrichtet und wandern neben anderen Zahlungen zum großen Teil in private Taschen der Strafvollziehenden und deren Kollegen. Der System ist definitiv aus der Balance bzw. war noch nie in einem gesunden Gleichgewicht, seitdem die Engländer ihre Kolonialherrschaft von Britisch Honduras an die Einheimischen abgegeben haben, die 1985 Belize gegründet haben.

Merklich für uns Fremde, Touristen und Expats wird dies in der lokalen Preisgestaltung. Aus allem wird versuch, überzogen viel Geld zu ziehen und in die Taschen der Politiker zu lenken. Die Lebenshaltungskosten in Belize sind in Zentralamerika mit die höhsten. Alle umliegenden Länder liegen bruchteilhaft weit unter Belize. Dies erschwert die Situation im Land noch, da der Geld bringende Tourismus eher ausbleibt und den Fortschritt lahmlegt sowie viele Einheimische in die Illegalität drängt. Diese wiederum machen sich insbesondere Amerikaner und Kanadier zunutzen sowie diverse Europäer. Themen sind Prostitution, Drogenkonsum sowie der weit verbreitete Marihuanakonsum, der hierzulande auch illegal ist - auch in Kleinstmengen zum Eigenbedarf. Jeder Besitz wird mit 1 Nacht Gefängnis geahndet sowie mit einem nachfolgenden Urteil, das eine bestimmte Summe and Geldstrafe vorsieht, welche die üblicherweise Armen in Raten abstottern können. Wenn sie die Zahlung verpassen, führt der Weg unmittelbar zurück in die Zelle, bis die ausstehende Summe bezahlt ist.

Das Überschnelle Handeln der Polizei machen sich wiederum ganz andere Motivierte zunutzen und inszenieren Pseudoszenen gegen Landsleute, um ihnen geschäftlich zu schaden. Durch die schlechte wirtschaftliche Situation in Belize wird viel Neid, Eifersucht, Negativität und Frust gelebt. Keine Hoffnung für ein besseres Leben existiert, sondern Resignation und Hass. Hoch ist inzwischen die Mordrate in Belize-City, ein Ort, an dem kaum jemand nach Einbruch der Dunkelheit auf die Straße geht. Die "schweren Jungs" werden, wenn sie nicht grad einsitzen, immer mal wieder auf die Inseln zum Entschleunigen geschickt. Doch egal wo, die Banden erhalten überall Neuzugänge und Aktivitäten. Auch auf unserer Insel ist hin und wieder mal etwas zu sehen oder zu hören. Positive Kommunikation mit allen gehört zum täglichen Überleben und Leben lassen. Wenn jemand lernen will, nicht mehr zu urteilen - diagnosefrei zu sehen - dann kann er das hier auf Caye Caulker, Belize, bestens lernen! Aggressionen sind schlicht lebensgefährlich.

So, aber ich lebe ja noch und mein Freund auch. Die meisten anderen auch. Es ist, wie überall, ein Lernprozess und hängt von Deiner inneren Balance ab! Übrigens sind alle umliegenden Länder weitaus gefährlicher: Guatemala, El Salvador, Mexiko, Honduras etc. Belize kann diese hohe Kriminalität gar nicht erreichen mit den eigenen Bewohnern von 300000 Menschen. Einwanderer aus besagten Ländern steigern die Quoten hierzulande direkt oder indirekt. Wenn sie selbst keine Täter sind, triggern sie entweder den Rassismus oder erzeugen wie verstärken ihn. Ein Problem, das wohl weltweit die Stimmung senkt.

Und trotzdem lachen die Menschen jeden Tag und sind sorglos. Und trotzdem scheint auch meist die Sonne und das Land ernährt die Menschen durch ihre Natur. Was also sollten sie großartig befürchten? Was haben sie zu verlieren? 

Friday, October 03, 2014

Elba – Exil oder ein italienischer Film

Arrividerci ist das Wort, das meinen heutigen Tag begleitet. Arrividerci Elba, Arrividerci Elbadivers, Arrividerci Inti – mein Tauchlehrerkollege und Arrividerci PADI Tauchlehrerei (? Ob das diesmal tatsächlich endgültig ist, möchte ich jetzt nicht entscheiden). Arrividerci auf jedenfall einer guten, eindrucksvollen, vielseitigen und zum Teil anstrengenden wie auch einer lustigen Sommerzeit auf Elba. 3 Monate und 11 Tage war mein Aufenthalt genau lang und die Zeit verging zum Ende hin wieder einmal merklich schnell. 

Und wieder begleiteten mich Phasen der Motivation, auslaufenden Motivation, Demotivation und Unlust zwischendurch, aber doch unerwartet viele positive Momente und Erlebnisse, die mich meinen Job doch sehr mögen ließen und lassen.  Dieser Aufenthalt bot mir ein Auffrischen meiner Italienischkenntnisse – auch wenn die schon sehr eingerostet waren – sowie lustige Einblicke in die italienisch Kommunikationskultur und das sogar unter Wasser. Auch bot mir dieser Job endlich kein hinterhältiges Verhalten durch Kollegen, die es auf Provisionen und andere Vorteile abgesehen hatten, sondern im Gegenteil ein sehr kollegiales Miteinander innerhalb unseres kleinen meist 3er, zwischendurch 5er-Teams.

Ein Wehrmutstropfen war bestimmt, dass wir täglich arbeiteten ohne einen freien regelmäßigen Tag zur Erholung und zum Leben. Alle haben wir durchgearbeitet und waren jeden Tag für unsere Gäste da. Sogar mit einem Lächeln und meist guter Laune konnten wir sie durch die Tauchplätze und ihre Urlaubstage bei uns führen. Gern hätte ich auch einmal privat nach Feierabend etwas mit Kollegen unternommen. Doch das einfach nicht drin, da jeder froh war, früh schlafen gehen zu können. So blieb meine Erkundungstour um die Insel weitestgehend aus. Lediglich an meinem letzten Tag gestern ermöglichte es mir meine Freitauchschülerin Martina (DANKE DIR :-)), mit ihr und ihrem Mann eine Autotour durch die Insel zu unternehmen. So bekam ich zumindest am Schluss einen besseren Eindruck davon, wie schön Elba tatsächlich ist. Abends trafen wir Kollegen uns mit 2 Gästen zu meinem letzten Abend in einem Pizzarestaurant und hatten Spaß in 3 Sprachen bei gutem Essen, Vino e Grappe.

So geht es nun zu Ende - mein Tauchabenteuer von vielen Abstiegen bis über 40m in kältere Wasserschichten. Viel zu sehen gab es selten bis gar nicht. Muränen sind oft an jedem Tauchplatz angesiedelt. Sie werden ja auch nicht ge- bzw. überfischt. Einzelne Barsche und andere Fischsorten sahen wir schon meist und im späteren Sommerverlauf einige Barakudaschwärme. Wofür ich jedoch besonders dankbar bin, sind die vielen Oktopusse und vereinzelt Kalmare, die ich sogar schwimmend sehen durfte. Diese Freunde landen ja leider regelmäßig auf italienischen Vorspeisenplatten, obwohl sie bekanntermaßen zu den intelligentesten Meeresbewohnern gehören. Ich sehne mich nach dem Ende menschlicher Igno- und Arroganz.

Ein einziges Mal sogar ist mir ein Mondfisch begegnet und sogar ein Delfin aus dem Wasser gesprungen. Von diesen hatte ich allerdings eine weitaus höhere Anzahl erwartet.

Nun denn, mein Eindruck der Leere im Mittelmeer hat sich bestätigt. Was mich jedoch positiv überraschte, waren die Tauchplätze mit ihren spektakulären tiefen Hängen, Wänden, Überhängen mit farbigem Bewuchs und Korallen. Diese Gesamtkompositionen muteten fast an wie die der Malediven – erinnerten mich wegen ihrer Form zum Teil an Korallenbänke dort. Nicht dass wir um Elba herum tropische Meersituationen haben, aber jedoch durchaus ähnlich ausgedehnte Felsformationen mit starkem Bewuchs, deren Form an tropische Tauchplätze erinnern. Elba ist durchaus eine Tauchreise wert!

Saturday, August 02, 2014

Freediving & Sail im Great Barrier Reef und dem Great Blue Hole Belize


Während das Ende meines Italienaufenthaltes langsam absehbar wird, ist meine Winterplanung bereits gemacht: Freitauchen und Segeln in Belize - und das im Great Barrier Reef, dem zweitgrößten Riffsystem der Welt nach Australien. Natürlich ist das legendäre Great Blue Hole Teil der Tour. Denn wer möchte nicht schon einmal in diesem 300 Durchmesser breiten und fast genauso tiefen Loch im Riff abtauchen und im Dunkelblau Haie sowie Stalagmiten sehen. Neben diesem Törnziel werden wir auch weitere Riffwände und schönste Riffgebiete besuchen, um unseren Gästen an Bord einzigartige Erlebnisse in einer noch einzigartigen Unterwasserwelt zugänglich zu machen. Der kleine Unterschied zu anderen Tauchsafaris ist eben, dass wir Segeln und frei abtauchen - nämlich ohne jegliche Pressluftflaschen. 

Unter dem Motto also "Freedive & Sail Belize" besteht die Möglichkeit mindestens 5 Tagestörns zu buchen, die alle von Belize City aus starten und auf einer privaten wunderschönen Yacht mit lokalem Skipper durchgeführt werden. Somit ist also ein Riff- und Revierkenner an Bord, um die Freitauchgruppen und andere Wasserbegeisterte sicher durch wundervolle Tage zu steuern! Informationen darüber sind bereits auf meiner Website www.apnea-me.com veröffentlicht sowie bei facebook unter Apnea ME. Der genaue Link kommt hier: http://apnea-me.com/freedive--sail-belize.html. Anmeldungen zu individuellen Törnterminen und Fragen können bereits jetzt hier an mich oder an besagte Website gerichtet werden. Wer früh bucht, bekommt die besten Zeiten und Plätze!